Food-Trends

Dänischer Tiersektor: "Enormer Markt für nachhaltige Produkte"


Guts fürs Klima - gut für die Kasse, lautet die Nachhaltigkeitskalkulation bei Arla. Umgesetzt beispielsweise über eine emissionsärmere Fütterung.
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Guts fürs Klima - gut für die Kasse, lautet die Nachhaltigkeitskalkulation bei Arla. Umgesetzt beispielsweise über eine emissionsärmere Fütterung.

Nahezu zeitgleich verkünden die Molkerei Arla und der Fleischkonzern Danish Crown eine drastische Nachhaltigkeitsstrategie. Beide wollen künftig deutlich auf das Klima achten - und damit Geld verdienen.

Der dänische Milchproduzent Arla Foods kündigt an, gemeinsam mit seinen Landwirten in den nächsten zehn Jahren die Treibhausgasemission um 30 Prozent zu reduzieren. Dänemarks größter Fleischkonzern Danish Crown (DC) möchte in der gleichen Zeit zum weltweit führenden Produzenten von nachhaltig erzeugtem Fleisch werden. Bis zum Jahr 2050 haben beide Konzerne noch ambitioniertere Ziele. Danish Crown will die gesamte Wertschöpfungskette "möglichst auf eine klimaneutrale Produktion umgestellt" haben. Arla Foods strebt eine CO²-neutrale Milchwirtschaft an.

Bald gibt es Nachhaltigkeits-Milch im Regal

"Wir haben bereits jahrelang auf eine nachhaltige Landwirtschaft hingearbeitet", teilte Jan Toft Nørgaard, Aufsichtsratsvorsitzender von Arla Foods, mit. Das Klimaziel gilt für alle Märkte, in denen Alra aktiv ist. Eine CO²-Senkungs-Maßnahme ist laut Arla die Futterzusammensetzung. Auch könnten die Betriebe Biogas oder Windkraft erzeugen und anschließend selbst verwenden. Aber auch in anderen Bereichen wie bei der Verarbeitung von Gülle oder über das Tierwohl könnten die Landwirte laut Arla Foods ihren CO²-Gehalt senken. CEO Peder Tuborgh ist der Ansicht, dass Verbraucher für nachhaltig produzierte Artikel mehr zahlen würden – analog zur Biomilch. In Dänemark und Schweden will Arla nachhaltige Frischmilch bald unter dem Namen "Arla 24" und "Arla Ko" anbieten. 

Ziel: nachhaltigster Fleischproduzent

Auch Danish Crown sieht im Klimatrend Potenzial. „Wir sind der Überzeugung, dass sich ein enormer Markt für nachhaltiges Fleisch auftun wird. Diesen Markt möchten wir gewinnen und uns als Marke positionieren, die uns als den nachhaltigsten Produzenten von Lebensmitteln auf Fleischbasis ausweist“, erklärte DC-Geschäftsführer Jais Valeur. Das genossenschaftliche Unternehmen beabsichtigt, bis 2030 den CO2-Fußabdruck eines Kilogramms Schweinefleisch zu halbieren.
Danish Crown wird dazu eine Klimazertifizierung bei allen Schweinelieferanten vornehmen. Die Ergebnisse für die ersten 100 Landwirte hätten gezeigt, dass diese im Schnitt seit 2016 die Treibhausemissionen um 7,5 Prozent hätten mindern können. Zudem werde an mehreren Nachhaltigkeitsprojekten gearbeitet, die vom Energie- und Wasserverbrauch bis hin zu Verpackungs- und Transportlösungen reichten. Das Ziel sei, sich in allen Bereichen zu verbessern. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen an einem Konzept, das den Kunden und Verbrauchern kommuniziert werden kann, denn diese würden letztlich entscheiden, wie stark die Umstellung vorangetrieben wird, heißt es bei DC.

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