Tönnies-Partner

Avril trennt sich vom Schweinefleisch

Jean-Philippe Puig, CEO Groupe Avril
Groupe Avril
Jean-Philippe Puig, CEO Groupe Avril

Die Groupe Avril hat angekündigt, sich künftig auf pflanzliche Rohstoffe und Produkte zu konzentrieren und sich von den Geschäftsbereichen Eier sowie Schweinefleisch zu trennen. Tönnies startete mit der französischen Unternehmensgruppe im Jahr 2016 ein Joint-Venture.

Wie Generaldirektor Jean-Philippe Puig bei der Vorstellung der Vorjahresbilanz vor kurzem in Paris erklärte, sollen das Portfolio des Unternehmens verschlankt und die Investitionen auf die Bereiche Spezial-Inhaltsstoffe, Lebensmittel, erneuerbare Energien sowie Dienstleistungen und Lösungen für Landwirte konzentriert werden. Betroffen von der Umstrukturierung sind Medienberichten zufolge sechs Unternehmensstandorte für die Verpackung von Eiern beziehungsweise die Herstellung von Eiprodukten sowie zwei weitere Standorte für die Schlachtung und Zerlegung von Schweinen. Der Spezialist für Schweinefleisch in der Avril-Gruppe ist das Unternehmen Abera mit Sitz im bretoischen Saint-Brice-en-Cogles.

Erst Ende März hatte Avril angekündigt, gemeinsam mit der staatlichen Investmentbank BPI 45 Mio. Euro in die Entwicklung von Raps-Proteinen für den menschlichen Verzehr zu investieren. Unter anderem soll das Eiweiß aus Raps in Pulverform durch einen niederländischen Partner an die Lebensmittelindustrie vermarktet werden. Das von der Corona-Krise geprägte vergangene Jahr hat die Unternehmensgruppe gut gemeistert. Den Umsatz bezifferte Avril auf rund 5,77 Mrd. Euro, was gegenüber 2019 einem Minus von lediglich 1,3 Prozent entsprach. Kräftig zulegen konnte das Unternehmen allerdings beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sowie beim Gewinn, und zwar um etwa 43 Prozent auf 243 Mio. Euro beziehungsweise fast 70 Prozent auf 59 Mio. Euro.

Der deutsche Schlachtriese Tönnies kooperiert seit Herbst 2015 mit der Groupe Avril. Plan war es, den Anteil französischer Fleischerzeugnisse vor allem in Discountern und Supermarktketten zu erhöhen – ein Segment, auf das die zu Tönnies gehörige Convenience-Linie Tillman’s spezialisiert ist. Dafür gründeten beide Firmengruppen das Gemeinschaftsunternehmen L'Atelier des Viandes de France. Der als Joint-Venture geführte Betrieb nahm seine Produktion zum 1. April 2016 auf.

Über die Neuausrichtung der Groupe Avril sei man im Dialog, bestätigt Tönnies-Geschäftsführer Dr. André Vielstädte gegenüber fleischwirtschaft.de: „Unser klares Ziel ist es, das sehr erfolgreiche Joint-Venture fortzusetzen. Über Wege und Möglichkeiten wird aktuell gesprochen“, so Vielstädte.

Dieser Text erschien zuerst auf www.fleischwirtschaft.de.
Kommentare

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

    stats