Frei lesbar: Landtechnik

Arbeiten in gemischten Maschinenflotten wird einfacher

Das gemeinsame Vorhaben startet offiziell im Sommer 2020.
Abbildung: Unternehmen
Das gemeinsame Vorhaben startet offiziell im Sommer 2020.

Die Unternehmen Claas, 365FarmNet und John Deere bündeln ihr Know-how. Sie entwickeln eine neue Cloud-to-Cloud-Lösung für die Landwirtschaft.

Landwirte, die Maschinen verschiedener Anbieter in ihrem Fuhrpark haben, konnten Daten bisher nur auf den jeweiligen Maschinen oder Portalen der Hersteller aufzeichnen, verarbeiten und dokumentieren. Mit DataConnect haben Claas, 365FarmNet und John Deere erstmalig eine direkte, herstellerübergreifende und industrieoffene Cloud-to-Cloud-Lösung geschaffen. Ähnlich wie beim ISOBUS können die Kunden so ihre Daten über eine Schnittstelle übertragen und in dem von ihnen favorisierten System ihren gesamten Maschinenpark steuern und überwachen.

Der Markt hat Feedback gegeben

"Die Initialzündung im eigentlichen Sinne oder einen konkreten Initiator für dieses Vorhaben gab es nicht. Die Idee entstand vielmehr durch gemeinsame Arbeit in Gremien und durch das Feedback des Markts. Aus dieser Arbeitsebene wurden allen beteiligten Unternehmen schnell die Vorteile einer direkten Cloud-to-Cloud-Kommunikation klar", beschreibt Ralf Lenge von John Deere die "Historie" der gemeinsamen Idee gegenüber dieser Zeitung.

Mit DataConnect kann der Landwirt weiterhin das von ihm bevorzugte Datenportal des jeweiligen Herstellers nutzen. Er hat nun aber den Vorteil, Maschinendaten von den anderen Maschinen über die neuartige Schnittstelle zu übertragen. Das heißt, die Daten liegen weiterhin im John-Deere-Operations-Center, Claas Telematics oder 365FarmNet, lassen sich aber in Echtzeit von einer in die andere Cloud transportieren. Somit stehen dem Landwirt alle notwendigen Kennzahlen seiner Maschinen in einem System zur Verfügung.

DataConnect ist unabhängig von der Betriebsgröße und Anzahl der Maschinen nutzbar. Maschinen, die mit Telemetrie ausgerüstet sind, können die Schnittstelle nutzen. Das gilt auch für Tausende von Bestandskunden, die bereits entsprechend ausgerüstete Maschinen im Einsatz haben", stellt Klaus-Herbert Rolf von 365FarmNet heraus. "In der landwirtschaftlichen Praxis sind gemischte Fahrzeugflotten Realität. Landwirte wollen trotzdem den Überblick behalten und digitales Potenzial aller Maschinen nutzen, zum Beispiel zur Dokumentation und Prozessoptimierung. In einer vernetzten Welt ist es schwer vermittelbar, dass dafür verschiedene Plattformen notwendig sind", ergänzt Frank Berning von Claas.

Vorteile für den Landwirt
  • Direkte Cloud-to-Cloud-Kommunikation
  • Bevorzugtes Datenportal des Herstellers weiter nutzbar
  • Unabhängigkeit von Betriebsgröße und Maschinenzahl
  • Maschinen, die mit Telemetrie ausgestattet sind, können Schnittstelle nutzen
  • Übertragung aller wichtigen Maschinendaten
  • Offenheit für weitere Partner

Aktuell ist DataConnect für die Übertragung aller wichtigen Maschinendaten vorgesehen. Dazu gehören die Maschinenposition, der historische Verlauf der Position, der Dieseltank-Füllstand, der aktuelle Arbeitsstatus und zum Beispiel die Geschwindigkeit der Maschine. Zukünftig ist auch die Übertragung agronomischer Daten geplant. "Wir werden den zukünftigen Umfang der Übertragung von Kennzahlen an den Anforderungen unserer Anwender ausrichten und diesen Umfang mit den Industriepartnern in der Standardisierung abstimmen", erläutert Lenge.

Dies ist die gekürzte Version eines Artikels aus der Agrarzeitung 38/2019, Seite 7. Wenn Sie den gesamten Text lesen möchten, können Sie ein vierwöchiges kostenloses Probeabo für die Agrarzeitung und agrarzeitung.de abschließen. Abonnenten finden den kompletten Artikel in unserem e-paper. 

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats