Frei lesbar: Schädlingsbefall

Ackerbohnenkäfer sind besonders hartleibig


Der Schädling hinterlässt tiefe Fraßspuren in der Bohne.
Foto: Saucke
Der Schädling hinterlässt tiefe Fraßspuren in der Bohne.

Landwirte können den Käferbefall in Erbsen und Ackerbohnen verringern. Ackerbauliche Maßnahmen unterscheiden sich nach Kultur und Schädling.

Mit dem zunehmenden Anbau von Körnerleguminosen erhöht sich in einigen Regionen der Befall mit Blattrand-, Ackerbohnen- und Erbsenkäfern. Wissenschaftler der Universität Kassel und weiterer Projektpartner haben deswegen über die drei Anbaujahre 2016, 2017 und 2018 mögliche Einflussfaktoren unter die Lupe genommen. Sie zeigen Ansätze, wie Landwirte mit ihrer Anbauplanung den Befall mindern können.

Untersuchungen in drei Bundesländern

Untersucht hat das Forscherteam auf Erbsen- und Ackerbohnenflächen in Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt die Saatgutqualität, den Saatzeitpunkt und den Abstand zu weiteren Anbauflächen der gleichen Kulturart. Dazu wurden in den jeweiligen Regionen alle Anbauflächen im Umkreis von etwa 30 Kilometern erfasst. Im Verlauf der drei Beobachtungsjahre stellten die Forscher für alle untersuchten Schädlinge und Regionen einen wachsenden Befallsdruck fest. Landwirte haben allerdings je nach Kulturart unterschiedlich gute Möglichkeiten, sich der Käfer zu erwehren.

Am hartleibigsten ist der Ackerbohnenkäfer. Selbst große Abstände von mehr als 15 Kilometern zur nächsten Ackerbohnenfläche konnten nach den Beobachtungen den Befallsdruck kaum mindern. Lediglich der Anbau in einer von Wald umschlossenen "Gesundlage" könnte eine Lösung darstellen. Entsprechende Erfahrungen, die 2018 in Hessen gemacht wurden, müssen sich jedoch noch in anderen Regionen und Anbaujahren bestätigen.

Auch spätere Saaten halfen gegen den Ackerbohnenkäfer nichts, weil die Pflanzen erst zur Blüte befallen werden. Linderung verspricht aber der Einsatz von Z-Saatgut, das frei von Käferbefall ist. Ackerbohnenschläge in Hessen zeigten bei dieser Maßnahme einen geringeren Nachschlupf des Käfers und einen verminderten Spätbefall. Wissenschaftlich untermauern lässt sich dieser Effekt zwar noch nicht, aber das Forscherteam hält den Einsatz von Z-Saatgut auch über Hessen hinaus für sinnvoll.


Dies ist die gekürzte Version eines Artikels aus der Agrarzeitung 37/2019, Seite 9. Wenn Sie den gesamten Text lesen möchten, können Sie ein vierwöchiges kostenloses Probeabo für die Agrarzeitung und agrarzeitung.de abschließen. Abonenten finden den kompletten Artikel in unserem e-paper.

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