Beim genossenschaftlichen Molkereikonzern Hochwald Foods ist mit halbjähriger Verspätung die Entscheidung gefallen, wo das geplante neue Werk gebaut werden soll.

Die Würfel sind gefallen: Die Molkerei Hochwald mit Hauptsitz im rheinland-pfälzischen Thalfang plant einen neuen Produktionsstandort in der Stadt Mechernich in Obergartzem, meldet lz.net. In NRW wiill das Unternehmen auf einem 20 ha großen Gelände nahe der Autobahn A 1 eine Molkerei bauen, in der jährlich rund 800 Mio. l Milch von mehr als 250 Mitarbeitern verarbeitet werden. Ursprünglich war einmal von 1,3 Mrd. kg Milch die Rede. Es ist geplant, das Werk 2021 nach etwa zweieinhalb Jahren Bauzeit in Betrieb zu nehmen. Das Werk im 25 km entfernten Erftstadt wird dann geschlossen.

Hochwald hat sich viel Zeit mit der Entscheidung gelassen. Soviel, dass in der Branche bereits Ende letzten Jahres spekuliert wurde, dass gar nicht gebaut werde. Denn ursprünglich sollte da schon der Standort feststehen. Mitte Mai 2017 hatten die Mitglieder der Molkerei Hochwald mit ihrer Zustimmung zu einer Kapitalerhöhung den Weg frei gemacht für den Neubau im Rahmen der Strategie „Hochwald2020“. Dem folgte nach Angaben von Hochwald „eine umfassende Analyse des Produktionsnetzwerkes, des Milcherfassungsgebietes und der Absatzkanäle“. Für Verzögerungen könnte auch der Umstand gesorgt haben, dass der Projektverantwortliche Karl Eismann Hochwald im Herbst 2017 verlassen hat.



„Der Standort bietet für unser Vorhaben gute Bedingungen. Wir wollen auf der grünen Wiese einen modernen und hocheffizienten Standort bauen“, so Detlef Latka, Chief Executive Officer der Hochwald Foods GmbH. In Hünfeld habe Hochwald bewiesen, dass solche Projekte gestemmt werden können. Dort wurde 2016 ein neues Werk zur Herstellung von Vorprodukten für die Baby- und Kindernahrungsindustrie eröffnet.

Erweiterung später möglich

Dass in Obergartzem nur 800 Mio. kg statt der ursprünglich geplanten 1,3 Mrd. kg Milch verarbeitet werden sollen, begründet Hochwald auf LZ-Anfrage mit der Analyse des Milchmengenwachstums in der Region sowie der Bewertung der Absatzkanäle. Eine spätere Erweiterungen je nach Nachfrage- oder Marktentwicklung sei möglich. Das gelte auch für das Sortiment. Im ersten Schritt werden ausschließlich haltbare Produkte hergestellt aus verschiedenen Milchsorten (konventionell, GVO-frei, Weidemilch). Dazu gehört auch Lohnproduktion.

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