Jan Schulze-Geißler, Geschäftsführer der Fava-Trading, baut mittlerweile 25 Prozent Sommerungen an. Er schwärmt von der Ackerbohne. Zuvor hat eine enge Fruchtfolge zu Problemen mit dem Ackerfuchsschwanz geführt.

Heimische Eiweißfrüchte wie die Ackerbohne haben Potential, sagte der Geschäftsführer der Fava-Trading, Jan Schulze-Geißler, während des Ackerbautages des Frankfurter Landwirtschaftlichen Vereins in dieser Woche. Auf dem 540 ha-Betrieb Altenwisch im niedersächsischen Balje hat Schulze-Geißler die Fruchtfolge von Raps, Weizen, Weizen auf vier bis fünf Fruchtfolgeglieder erweitert.

Mittlerweile baut er Raps, Weizen, Ackerbohne oder Sommergetreide und Gerste an. Sein Fazit fällt durchaus positiv aus: Seit der Umstellung seien die Erträge gestiegen. Darüber hinaus reagiere die diversifizierte Fruchtfolge weniger anfällig auf Wetterextreme. Eine erweiterte Fruchtfolge führt laut Schulze-Geißler, der an der Fachhochschule Kiel Agrarmanagement studiert hat, zu mehr nutzbaren Feldarbeitstagen, besserer Termingerechtigkeit und reduziere zugleich Risiken im Anbau.

„Die Gerste drischt um eine Tonne besser. “
Jan Schulze-Geißler, Geschäftsführer Fava Trading, 
 

Für heimisches Eiweiß gibt es attraktive Märkte

Allerdings brauche es für den Anbau von heimischen Eiweißfrüchten viel Eigeninitiative, um gemeinsam mit Züchtern und Handel Vermarktungswege zu schaffen. Bisher fehlten Vermarktungsstrukturen, daher nehme der Landhandel die Ware noch nicht ab. Nichtsdestotrotz gebe es attraktive Märkte in den Bereichen Food und Feed, betonte Schulze-Geißler. Besonders vor dem Hintergrund, dass importiertes Soja beim Verbraucher ein schlechtes Image hat.

Bevor Schulze-Geißler die Fruchtfolge auf dem Betrieb Altenwisch umgestellt hatte, gab es große Probleme mit dem Ackerfuchschwanz, erklärte der Geschäftsführer. Weizen baut er mittlerweile nur noch auf 20 Prozent der Fläche an. Ein falsches Saatbett und ein verspäteter Saattermin würden dem Ackerfuchsschwanz zusätzlich entgegenwirken. "Die Veränderungen nach der neuen Ausrichtung sollte man nicht zu statisch beurteilen", schilderte er seine Erfahrungen. Erst mit der Zeit gewinne man einen Überblick. Als "gesichertes Ergebnis" nannte er nichtsdestotrotz, dass die Gerste in der neuen Fruchtfolge um 1 t/ha besser drischt, als wenn diese nach Weizen angebaut werde. 

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