Fruchtfolge

Hafer passt auf viele Betriebe

Hafer in allen Variationen erfreut sich zunehmender Beliebtheit.
Foto: VGMS
Hafer in allen Variationen erfreut sich zunehmender Beliebtheit.
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Hafer ist am Markt gefragt und ackerbaulich interessant. Im Ökoanbau ist der Anteil in der Fruchtfolge besonders hoch.

Hafer ist gefragt. Darin waren sich die Teilnehmenden eines Onlineseminars der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) einig. Im Ackerbau trage die Kultur zur erwünschten Erweiterung von Fruchtfolgen bei, stellte Achim Seidel von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein fest. Erweiterte Fruchtfolgen werden zudem durch die Reform der EU-Agrarpolitik ab dem kommenden Jahr verpflichtend. Vor allem ein stärkerer Anbau von Sommerkulturen ist erwünscht.

Fingerspitzengefühl gefragt

Für Hafer spricht außerdem der geringe Dünger- und Pflanzenschutzbedarf. „In die meisten Betriebe ist er einfach zu integrieren“, so die Erfahrung des Beraters aus Schleswig-Holstein. Zu bedenken sei aber, dass Hafer ausreichend Wasser und gut durchwurzelbaren Boden sowie eine milde Witterung für eine langsame Abreife benötigt. Es bedürfe eines „gewissen Fingerspitzengefühls“ für den Hafer, empfahl Seidel für den Anbau.

Nachfrage steigt

Von einer ständig steigenden Nachfrage nach Hafer berichtete Thomas Staffen von der Rubinmühle. Dies habe auch zu Erweiterungen der Verarbeitungskapazitäten bei vielen Schälmühlen geführt, so seine Beobachtung. Importe vor allem aus Skandinavien, und hier in erster Linie aus Finnland, bedienen den Bedarf vor allem der Mühlen im Norden Deutschlands. Die Rubinmühle mit Standorten im badischen Lahr und im sächsischen Plauen bezieht Hafer dagegen bevorzugt aus der Region. Vorverträge sind ein wichtiges Element. Zur Ernte 2022 geht Staffen von einem Preis aus, der sich etwa am Brotweizen orientiert. Neben dem Hektolitergewicht sind die Schälbarkeit der Körner und die Kernausbeute wichtige Qualitätskriterien.

Züchter liefern neue Sorten

Die deutschen Haferzüchter stellen für den Anbau kontinuierlich neue Sorten mit verbesserter Agronomie, hohen Erträgen und gewünschten Qualitätseigenschaften zur Verfügung, berichtete Haferzüchterin Sophie Brodführer von der Saatzucht Bauer, die ihre Sorten über die I.G. Pflanzenzucht vertreibt. Wichtig sei zudem die Eignung für den Ökoanbau. Etwa 40 Prozent der deutschen Haferanbaufläche wird nach Schätzungen von Brodführer nach Ökoregeln erzeugt. Wegen der geringeren Erträge beträgt der Anteil an der deutschen Ernte rund 28 Prozent.

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