Futtermittel-Skandal

QS entzieht Mischer Anerkennung


Ein Futtermittelhersteller aus den Niederlanden soll Futter bewusst verunreinigt haben. Das deutsche Prüfsystem Qualität und Sicherheit (QS) hat alle bestehenden Zertifizierungen entzogen und warnt seine Systempartner.

Das Futtermittelunternehmen Fourage-Weihandel Toontje Hendriks aus den Niederlanden mit Sitz an der belgischen Grenze steht im Verdacht, Abfallstoffe in Futtermittel eingemischt zu haben. Wie der Regionalsender Omroep Brabant in der Vorwoche berichtet hatte, fand auf dem Firmengelände in den Niederlanden eine Polizei-Razzia statt. Zudem wurde der Firmensitz gesperrt. Dem Bericht des Senders nach wird dem Unternehmen vorgeworfen, bewusst Abwasser unter flüssiges Schweinefutter gemischt zu haben. Der Sender zitiert einen Polizeisprecher, dass Tiere von dem belasteten Futter krank geworden seien. Für die öffentliche Gesundheit habe aber keine Gefahr bestanden.  

Prüfsystem mahnt zu Wachsamkeit

Das Unternehmen war über das niederländische Prüfsystem GMP+ zertifiziert und darüber auch im deutschen QS-Prüfsystem anerkannt. Mittlerweile sollen alle Zertifikate entzogen worden sein. Die Anerkennung für QS hierzulande galt für den Futtermittelhandel und den Transport. Bereits in der vergangenen Woche hatte QS seine Systempartner aus der Futtermittelwirtschaft über den Vorfall informiert und um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten, sollte vom beschuldigten Unternehmen Handelsware bezogen worden sein. „Uns ist kein Fall bekannt, dass verunreinigte Ware in den Handel gebracht wurde“, erklärte Thomas May, Koordinator Krisenmanagement bei QS, auf Nachfrage von agrarzeitung.de.

Auch seien keine konkreteren Informationen zur möglichen Art der Verunreinigung bekannt. „Die Meldung an unsere Systempartner erfolgte aus Vorsorge-Aspekten“, so May weiter. Die QS-Systempartner wurden aufgefordert - für den Fall, dass eventuell auch verunreinigte Handelsware in Verkehr gebracht wurde - geeignete Maßnahmen einzuleiten.

Für Einzelfuttermittel habe Fourage-Weihandel Toontje Hendriks bereits seit Ende 2017 keine Lieferberechtigung für das QS-System mehr gehabt. Selbsthergestellte Einzelfuttermittel konnten seitdem nicht mehr in das QS-System vermarktet werden. Grund sei gewesen, dass das Unternehmen unangekündigter Audits bis dato gegenüber QS nicht nachgewiesen hatte und deswegen für Lieferungen in das QS-System gesperrt wurde. „Uns liegen keine Informationen darüber vor, dass dennoch QS-zertifizierte Betriebe beliefert worden sind“, erklärte May.

Niederländer bereits 2004 in Skandal verstrickt

Fourage-Weihandel Toontje Hendriks war laut der Berichterstattung einer Regionalzeitung bereits 2004 in einen Skandal verwickelt. Damals habe das Unternehmen mit Antibiotika belastete Milch aus Belgien, die damals eigentlich vernichtet werden sollte, zu Milchpulver verarbeitet und als Grundstoff für Tierfutter verkauft, berichtet das Brabants Dagblad.

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