Generalversammlung

RWZ will Abhängigkeit von Agrargeschäft reduzieren


In der Bundeskunsthalle in Bonn richtet die RWZ Köln ihre Generalversammlung 2019 aus.
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In der Bundeskunsthalle in Bonn richtet die RWZ Köln ihre Generalversammlung 2019 aus.

Der Start ins Geschäftsjahr 2019 verlief laut RWZ-Vorstandschef Christoph Kempkes gut – auch der Bereich Agrarerzeugnisse normalisiert sich. Große Investitionen sollen in Zukunft aber „nicht in Silos“ fließen.

Die RWZ Köln will sich strategisch unabhängiger vom klassischen Agrargeschäft aufstellen. Das kündigte der Vorstandsvorsitzende Christoph Kempkes am Mittwoch auf der Generalversammlung in der Bundeskunsthalle in Bonn an. „Wir machen zwei Drittel unseres Umsatzes im klassischen Agrargeschäft, ein Drittel entfällt auf andere Bereiche. Diese ‚anderen‘ müssen wir stärken“, so Kempkes. Dahinter steckt die Annahme, dass Wetterkapriolen in Zukunft zunehmen werden. Größere, neue Investitionen werden sicher nicht in „Silos“ gesteckt, verdeutlichte Kempkes.

Ideen für Weiterentwicklung der Sparte Profi-Gartenbau gesucht

Für das laufende Geschäftsjahr 2019 stimmte Kempkes die Anwesenden auf eine „Normalisierung“ des Geschäftes mit Agrarerzeugnissen ein. Die Aussichten auf die neue Ernte seien „gut“. Das Betriebsmittelgeschäft sei ebenfalls positiv gestartet mit Dünger als „Treiber“. Das Geschäft mit Agrartechnik entwickle sich „weiterhin stark“.  Kempkes sieht für diesen Bereich viel Potenzial in Frankreich, wo die RWZ im Rahmen eines Joint-Ventures mit einer schweizerischen Genossenschaft aktiv ist. „Der französische Markt ist sehr zersplittet. Da kann man durch die Bündelung von Kräften noch viel erreichen“, zeigte sich Kempkes überzeugt.

Ergebnis in einigen Punkten „verbesserungswürdig“

Auch die Kartoffelsparte macht den Kölnern nach wie vor Freude; Kempkes bezeichnete diesen Geschäftsbereich als „Prunkstück“. Der Bereich Profi- Gartenbau bereitet den Kölnern nach Angaben des CEO „Phantomschmerzen“, seitdem eine Fusion mit der Genossenschaft Landgard an kartellrechtlichen Hürden scheiterte. Man wolle schauen, dass man für diesen Bereich „Ideen“ finde.

Für 2019 peilt die RWZ eine leichte Umsatzsteigerung von 2,081 Mrd. € 2018 auf 2,095 Mrd. € 2019 an. „Wir sind auf gutem Kurs und wieder in normalisiertem Fahrwasser“, versicherte Finanzvorstand Joachim Rabe. Auch wenn die Generalversammlung den Vorstand einstimmig Entlastung für 2018 erteilte und anerkannte, dass die Konzernleitung die Herausforderungen der Zukunft erkannt habe und die richtigen Weichen stellte, betrachtet der genossenschaftliche Prüfverband DGRV mit Blick auf die Bilanz 2018 der RWZ Vermögenslage, Finanzergebnis und Ergebnislage als „verbesserungswürdig“. 

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