Ende Juli hat der Europäische Gerichtshof neue biotechnologische Züchtungsverfahren als Gentechnik eingestuft. Für die US-amerikanische Firma Cibus, die einen herbizidresistenten Raps nach Deutschland bringen wollte, hat das Folgen.

Die neue Rapssorte der US-amerikanischen Firma Cibus fällt unter die europäische Gentechnik-Gesetzgebung. Dies ist mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshof zu neuen biotechnologischen Züchtungsverfahren, zu denen neben der Genschere Crispr-Cas auch das "Rapid Trait Development System" (RTDS) der Firma Cibus zählt, klargestellt.

BVL zieht Bescheid zurück

Einige Wochen nach Urteilsverkündung zieht nun das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) offiziell einen Bescheid aus dem Jahr 2015 zurück. Dieser hatte die herbizidresisten Rapslinien des US-Rapszüchters mit Niederlassung in den Niederlanden, die mit der RTDS-Technik entwickelt wurde, ursprünglich als nicht gentechnisch veränderten Organismus (GVO) im Sinne des Gentechnikgesetzes erklärt. Damit wollte die Behörde damals grünes Licht für mögliche Freilandversuche in Deutschland signalisieren.

Angst vor Auskreuzung

Gegen diesen Bescheid des BVL hatte ein Bündnis von Umweltschutz-, Anbau- und Saatgutverbänden unter Koordination der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Widerspruch eingereicht. Dieser war allerdings vom BVL abgewiesen worden. Durch eine Klage beim Verwaltungsgericht Braunschweig verhinderte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nach eigenen Angaben mit weiteren Klägern zusammen die Freisetzung beziehungsweise den Anbau des Rapses.

Für einen der Kläger, Gebhard Rossmanith, Vorstands­vorsit­zender der Bingen­hei­mer Saatgut AG, ist dies eine Voraussetzung, um "Saatgut und Zuchtlinien gentechnikfrei zu halten". Andernfalls drohe die Gefahr der Verunreinigung durch Auskreuzung der GVO-Rapslinien, beispielsweise mit anderen Kreuzblütlern.

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