Geschäftsbericht

Bayerische Genossenschaftsbanken auf Wachstumskurs


Getragen von der robusten Konjunktur lief das erste halbe Jahr für die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken gut. Ihre Bilanzsumme stieg in den ersten sechs Monaten um 1,5 Prozent (2,4 Mrd. €) auf 162,5 Mrd. €.

"Treiber im ersten Halbjahr war das rege Kreditgeschäft", erklärte der Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern (GVB) Dr. Jürgen Gros vor der Presse in München. Das Gesamtvolumen der Ausleihungen legte um 2,8 Prozent (2,7 Mrd. €) auf über 99 Mrd. € zu. Der Bestand an Firmenkrediten erhöhte sich um 4,2 Prozent (2,0 Mrd. €) auf 48,3 Mrd. €. Im Privatkundensegment nahm das Kreditvolumen um 1,3 Prozent (0,6 Mrd. €) auf 47,6 Mrd. € zu. Damit haben die Kreditgenossenschaften in Summe erstmals mehr Firmen- als Privatkundenkredite ausgereicht, betonte Gros. Das an landwirtschaftliche Betriebe ausgereichte Kreditvolumen lag mit 5,4 Mrd. € zum 30. Juni stabil auf hohem Niveau. Die verhaltene Kreditnachfrage im 1. Halbjahr führt der GVB auch auf die Investitionszurückhaltung aufgrund der volatilen Preisentwicklung für Agrarerzeugnisse zurück. Mit einem Marktanteil von 64 Prozent sind die Volks- und Raiffeisenbanken Marktführer im Finanzierungsgeschäft mit der Agrarwirtschaft im Freistaat. Das Volumen der Kundengelder wuchs leicht um 1,1 Prozent (1,4 Mrd. €) auf 125,5 Mrd. €. Der GVB-Präsident verwies dazu auf die gestiegenen Einkommen der Privathaushalte und die höhere Sparquote, die zuletzt bei über 10 Prozent lag. Privatkunden parken mittlerweile 60 Prozent ihrer Einlagen auf dem Girokonto. Ende 2010 lag diese Quote bei nur 37 Prozent.

„Die Volks- und Raiffeisenbanken im Freistaat erwarten ein weiterhin lebhaftes Kundengeschäft“, sagte Gros. Bei den Einlagen, vor allem aber im Kreditbereich, werde sich bei gleichbleibenden konjunkturellen Rahmenbedingungen der Wachstumstrend fortsetzen. Allerdings werde das Niedrigzinsumfeld wie erwartet das Jahresergebnis belasten. Gros: „Die der EZB-Politik geschuldeten Bremseffekte im Zinsergebnis lassen sich durch Wachstum und Kostenmanagement nicht vollständig ausgleichen.“  

Der Genossenschaftsverband Bayern e.V. (GVB) vertritt die Interessen von 1.260 genossenschaftlichen Unternehmen. Dazu zählen 244 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie mehr als 1.000 ländliche und gewerbliche Unternehmen mit insgesamt rund 50.000 Beschäftigten und 2,9 Millionen Mitgliedern.


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