Glyphosat

Abgemildertes Urteil für Bayer in Aussicht


In dem zweiten Glyphosat-Prozess könnten die Strafzahlungen für den Bayer-Konzern deutlich geringer ausfallen. Der kalifornische US-Richter hält die Strafe für zu hoch. Unterdessen soll ein Mediator nun zwischen Kläger und Beklagten vermitteln.

Im März hatte die US-Jury im Fall Edwin Hardeman, der Glyphosat für seine Krebserkrankung verantwortlich machte, einen direkten Schadenersatz von rund 5 Mio. US-$ zugesprochen  sowie eine so genannte Punitive-Damage in Höhe von 75 Mio. US-$ verhängt. Dieses Urteil könnte nun Medienberichten zufolge abgemildert werden, da der zuständige Richter Vince Chhabria die Summe für zu hoch hält. Die Summe könnte sich auf insgesamt nur noch 50 Mio. US-$ belaufen, da die Punitive-Damage laut US-Recht nur neunmal so hoch ausfallen darf wie die direkte Schadenersatzzahlung. Eine Entscheidung dazu soll in der kommenden Woche fallen.

Diese Abmilderung schont zwar die Kasse von Bayer, aber bedeutet nicht zwingend eine grundsätzliche Wende im Streit um das Herbizid Glyphosat. Denn das Urteil als solches wird dadurch nicht aufgehoben. Dem Aktienkurs hat dies aber dennoch gut getan, er stieg auf über 60 €.

Die Prozessführung gestaltet sich aber nach wie vor schwierig. Der Bayer-Aufsichtsrat hat nun einen achtköpfigen Aufsichtsratsausschuss neu gegründet, der den Vorstand  des Konzerns zum Thema Glyphosat beraten und Vorschläge zur Prozessstrategie machen soll. Unterdessen nimmt  nun Ken Feinberg, der vom Gericht in San Francisco als Mediator bestimmt wurde, um in den Glyphosat-Prozessen zu vermitteln, seine Arbeit auf. Bereits im April hatte Chhabria beide Seiten aufgefordert sich gütlich zu einigen, zur Not werde das Gericht auch eine Mediation verordnen. Ob ein Vergleich angestrebt wird, ist allerdings offen.

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