Glyphosat

Aspirin für den Bayer-Vorstand


Die Prozesswelle rund um Glyphosat in den USA beschäftigt die Gemüter - nicht nur hierzulande, sondern auch die ausländische Presse. Bayer ist nicht nur mit Glyphosat-Prozessen konfrontiert, auch Streitigkeiten um Dicamba bereiten dem Konzern Kopfzerbrechen.

Eine 120 Jahre alte Erfindung des Bayer-Konzerns dürfte seit der Monsanto-Übernahme vor allem bei den eigenen Top-Managern gefragt sein. In den Vorstandsetagen werde die Arznei bald „in industriellem Maßstab“ verbraucht – gegen die „Monsanto-Kopfschmerzen“, kommentiert die irische Ausgabe von The Independent in einer Aktienanalyse diese Woche. Die Übernahme des umstrittenen US-Agrarchemiekonzerns habe den Bayer-Zahlen zugesetzt und den gefürchteten „aktiven Finanzinvestor“ Paul Elliott Singer auf den Plan gerufen. Der 74-Jährige hat sich an den Finanzmärkten den Ruf erarbeitet, Großkonzerne vor sich herzutreiben. Die US-Nachrichtenagentur Bloomberg wiederum beantwortet die wichtigsten Fragen zu Prozessrisiken, die Bayer durch Monsanto auf sich geladen hat. Als schwierig könnten sich für Bayer demnach weitere Glyphosat-Prozesse in St. Louis, dem Firmensitz der ehemaligen Monsanto und der heutigen US-Tochter, erweisen.

Weitere Belastungen drohen Bayer durch das von Monsanto entwickelte Herbizid Dicamba. Tausende Landwirte würden Sammelklagen anstreben. Sie reklamierten Schäden, die ihre nicht gegen Dicamba resistenten Bestände durch Abdrift des Wirkstoffs genommen hätten. Für Schlagzeilen sorgte ein Ereignis aus dem Jahr 2017: Damals erschoss ein US-Farmer seinen Nachbarn wegen mutmaßlicher Dicamba-Schäden, erinnert Bloomberg.

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