Glyphosat

Kiffer und Kleingärtner machen Roundup-Vertriebspartner glücklich


Das Totalherbizid Roundup ist bei Kleingärtnern in den USA immer noch beliebt.
The Scott's Miracle Gro Company
Das Totalherbizid Roundup ist bei Kleingärtnern in den USA immer noch beliebt.

Der Direktvertriebspartner von Monsanto in den USA und Europa für Roundup freut sich über steigenden Absatz. Viel Geld verdient der Konzern auch mit illegalen Marihuana-Bauern. 

Die Gerichtsverfahren rund um Monsantos Totalherbizid Glyphosat spielen bei US-amerikanischen Kleingärtnern offensichtlich eine eher untergeordnete Rolle. Die „The Scott’s Miracle Gro Company“, die in den USA und den meisten Ländern Europas die alleinige Lizenz für den Vertrieb des glyphosathaltigen Unkrautvernichters „Roundup“ hat, meldet in diesem Quartal sogar ein Absatz-Plus bei Roundup von 20 Prozent gegenüber dem vorigen Quartal. Laut Time Magazine ist die Führungsriege bei Scott’s selbst etwas überrascht von der positiven Entwicklung der Pflanzenschutz-Sparte. Dazu beigetragen habe sicherlich eine von der Bayer AG mit 20 Millionen US-Dollar finanzierte Image-Werbe-Kampagne, um die Bedenken gegenüber Glyphosat zu zerstreuen, wird Chief Executive Officer Jim Hagedorn zitiert.

Zu den wichtigsten Kleingärtner-Kunden von Scott’s zählen auch die Marihuana-Anbauer. Hier profitiert Scott’s von einem wieder aufkeimenden Schwarzmarkt für Marihuana. In Kalifornien, wo Anbau, Handel und Konsum mit Cannabis legal sind, haben sich die legalen Anbieter laut dem Time Magazine wohl etwas zu hohe Gewinnspannen genehmigt. In Folge dessen freut sich Scott’s wieder über steigenden Absatz beim Bedarf für Marihuana-Anbau für illegale Züchter. Die versprochenen Gewinne der legalen Cannabis-Händler blieben im Sunshine State weit hinter den Erwartungen zurück.

Verantwortlich für die Kiffer-Sparte "Hawthorne" bei Scott’s ist Chris Hagedorn, der Sohn des CEO. „General Manager Pot Supply“, steht laut Time Magazine auf der Visitenkarte des Filius. Der findige Spross konnte den Umsatz mit Spezialdüngern und Anbaugeräten für illegale Marihuana-Bauern auf 144,1 Mio. US-Dollar verdreifachen, seit Scott’s im vergangenen Jahr den Konkurrenten "Sunlight" geschluckt hat. Allein im vorigen Quartal sei der Umsatz um 21 Prozent gestiegen.   

The Scott’s Miracle Gro Company
4.700 Menschen arbeiten bei der in Ohio ansässigen Firma, der Jahresumsatz liegt bei 2,542 Mrd. US-Dollar. Aufgrund der guten Geschäfte mit Roundup und den Kiffern hat die Firmenleitung die Gewinnprognose für das Gesamtjahr von 10 bis 11 Prozent bestätigt. Sogar eine höhere Gewinnsteigerung sei möglich, heißt es laut dem Time Magazine. Die ausgeschüttete Dividende des börsennotierten Unternehmens liegt bei 3,64 US-Dollar pro Aktie.


Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats