Glyphosat

Strafe für Bayer erneut drastisch gesenkt


Der Prozess hat die Schadensersatzzahlung minimiert, doch vom Vorwurf freigesprochen ist der Konzern nicht.
Bild: Bayer
Der Prozess hat die Schadensersatzzahlung minimiert, doch vom Vorwurf freigesprochen ist der Konzern nicht.

In einem weiteren Prozess in den USA muss der Bayer-Konzern weniger zahlen. Die US-Richterin Winifred Smith hat das Strafmaß von ursprünglich 2 Mrd. US-$ auf nur knapp 87 Mio. US-$ gesenkt.

Geklagt hatte das Ehepaar Alva und Alberta Pilliod, das Glyphosat für ihre Krebserkrankung verantwortlich macht. Nun hat die Richterin Winifred Smith am Superior Court of the State of California for the County of Alameda entschieden, den Strafschadenersatz („punitive damage“), der sich aus dem nicht-wirtschaftlichen Schadenersatz sowie den Schadenersatz für zukünftige Krankheitskosten zusammensetzt, auf insgesamt 86,7 Mio. US-$ zu reduzieren. Ursprünglich wurden gut 2 Mrd. US-$ gefordert.

Damit hat Bayer damit erneut wesentlich weniger zahlen als zuvor festgelegt. Der verringerte Schadensersatz ändert aber nichts am Urteil, dass Bayer für die Krebserkrankung des Ehepaars haften muss. Der Vorwurf, dass der Konzern nicht ausreichend vor den Folgen der Anwendung gewarnt habe, bleibt bestehen. Auch der Druck für den Dax-Konzern bleibt hoch.

Bayer will auch bei diesem Prozess in Berufung gehen. Der Chemiekonzern erklärte in einer Mitteilung, dass das Urteil nicht der Beweislage entspreche. Es steh zudem im Widerspruch zu dem umfangreichen Bestand wissenschaftlich zuverlässiger Erkenntnisse und den Schlussfolgerungen führender Regulierungsbehörden weltweit. Auch die größten und aktuellsten epidemiologischen Studien hätten keinen Zusammenhang zwischen glyphosatbasierten Herbiziden und Lymphdrüsenkrebserkrankungen ergeben.

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