Pflanzenschutz

US-Gericht lässt Klage wegen Glyphosat zu

Ein verändertes Denken hinsichtlich des Schönheitsideals einer Stadt wünscht sich der Parlamentarische Staatssekretär des Umweltministeriums Florian Pronold (l.). Dazu besuchte er den Dachauer Oberbürgermeister Florian Hartmann.
Foto: BMU
Ein verändertes Denken hinsichtlich des Schönheitsideals einer Stadt wünscht sich der Parlamentarische Staatssekretär des Umweltministeriums Florian Pronold (l.). Dazu besuchte er den Dachauer Oberbürgermeister Florian Hartmann.

In den USA ist eine Verbandsklage gegen die Bayer-Tochter Monsanto zugelassen worden. Auch in Deutschland dreht sich das Thema weiter - vor allem im Süden.

Die Bayer-Tochter Monsanto muss sich US-Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken ihres Unkrautvernichters Roundup stellen. Für Bayer und Monsanto nehmen die Rechtsrisiken damit deutlich zu, meldet lz.net. Ein Richter in San Francisco, bei dem viele Sammelklagen gebündelt sind, machte in dieser Woche den Weg für einen möglichen Prozess frei. In San Francisco geht es um mehrere Hundert Klagen von Landwirten, Gärtnern und Verbrauchern. 

Molkerei und Kommune gegen den Wirkstoff

In Deutschland distanzieren sich weitere Unternehmen öffentlichkeitswirksam von Glyphosat. So kündigt nach den Molkereien Goldsteig und Gropper nun auch der bayerische Käsehersteller Hochland an, auf den Einsatz von Totalherbiziden verzichten zu wollen. Hochland-Lieferanten dürfen demzufolge ab 2019 kein Glyphosat mehr auf Acker- und Grünlandflächen verwenden. Die Milchbauern bauen dort vor allem Futtermittel für den Eigenbedarf an. Der Beschluss der Gremien des Ersten Bayerischen Butterwerks sowie der Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Pfaffenwinkel sei einstimmig getroffen worden, teilt Hochland mit.

Auch in der bayerischen Stadt Dachau müssen Landwirte bald mit weniger Wirkstoffen auskommen. Die Kommune hatte im vergangenen Jahr beschlossen, dass Landwirte auf städtischen Pachtflächen auf Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat und auf Neonikotinoide verzichten zu müssen. Dies gilt jedoch nur für Neuverpachtungen. Bestehende Pachtverträge sind nicht betroffen.
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Florian Pronold, erklärte bei einem Besuch in Dachau in dieser Woche: "Die weitgehend pestizidfreie Kommune ist möglich." Das Bundesumweltministerium setzt sich für einen Ausstieg aus Glyphosat bis zum Ende dieser Legislaturperiode ein. Mittlerweile sollen bereits über 200 Städte in Deutschland auf Glyphosat und andere Pestizide verzichten. 


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