Glyphosat

US-Richter fordert Kontrahenten zur Einigung auf


Der kalifornische Richter Vince Chhabria bemüht sich um eine gütliche Einigung zwischen Bayer und den Klägern.
Uscourts.gov
Der kalifornische Richter Vince Chhabria bemüht sich um eine gütliche Einigung zwischen Bayer und den Klägern.

Gerichtsprozesse sind auch in den USA langwierig. Der zuständige US-Richter möchte das Verfahren abkürzen und notfalls eine Mediation verordnen.

In dem Glyphosat-Prozess geht der Schlagabtausch zwischen den Klägern und Bayer weiter. In der zweiten Phase soll nun geklärt werden, ob Monsanto mögliche Gefahren verschleiert hat und Monsanto-Mitarbeiter als Ghostwriter für akademische Studien fungiert haben könnten. Bayer hat bereits zwei Niederlagen um mögliche Krebsrisiken von Glyphosat kassiert. Der zuständige US-Richter Vince Chhabria forderte nun beide Seite auf, sich gütlich zu einigen, um das Verfahren abzukürzen. Zur Not werde das Gericht auch eine Mediation verordnen. Bayer werde der Anordnung Folge leisten, konzentriere sich aber weiterhin darauf, die Sicherheit von Glyphosat vor Gericht zu verteidigen, heißt es Seitens des Konzerns.

Erst kürzlich hat Bayer mehr als 300 Zusammenfassungen von Sicherheitsstudien, die im Rahmen des Wirkstoffzulassungsverfahrens der EU für Pflanzenschutzmittel eingereicht worden waren, auf ihrer Transparenzplattform veröffentlicht. Glyphosatstudien, die von Dritten durchgeführt wurden, kann der Konzern aus rechtlichen Gründen nicht veröffentlichen. 

Bayer hat sich in Frankreich zu verantworten

Unterdessen muss Bayer wegen Glyphosat auch in Europa Niederlagen hinnehmen. So hat ein Gericht in Frankreich kürzlich geurteilt, dass der Hersteller, also Monsanto, verantwortlich ist für den Schaden eines französischen Landwirts. In Luxemburg hat Anfang April ein Gericht in zweiter Instanz sogar das Krebsleiden eines Mannes als Berufskrankheit anerkannt und Glyphosat als Risikofaktor eingestuft. Luxemburgs Regierung will nach Informationen des Deutschlandfunks den Einsatz von Glyphosat bis Ende 2020 komplett verbieten. Bislang war dies nur auf öffentlichen Flächen der Fall.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats