Bayer droht eine Schadensersatzzahlung in Milliardenhöhe.
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Bayer droht eine Schadensersatzzahlung in Milliardenhöhe.

In den USA hat zum dritten Mal eine Jury entschieden, dass Glyphosat im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung steht. Turbulenzen gibt es aber auch um eine von Monsanto geführte Liste zu Glyphosat-Kritikern.

Der Bayer-Konzern hat in den USA auch den dritten wichtigen Prozess um angeblich krebserregende Produkte von Monsanto verloren. Die Geschworenen-Jury des zuständigen Gerichts im kalifornischen Oakland verurteilte das Unternehmen am Montagabend zu Schadenersatz in Höhe von insgesamt über 2 Mrd. US-$ (rund 1,78 Mrd. €). Geklagt hatte das Rentner-Ehepaar Alva und Alberta Pilliod, die Glyphosat für ihren Lymphdrüsenkrebs verantwortlich machen.

Bayer macht für die Krebserkrankungen der beiden Kläger umfangreiche Vorerkrankungen verantwortlich und will Rechtsmittel einlegen. Es gebe keine wissenschaftlichen Beweise, dass es ohne den Einsatz von Glyphosat nicht zu der Krebserkrankung gekommen wäre. Das Jury-Urteil stehe in direktem Widerspruch zu der Einschätzung der US-Umweltschutzbehörde EPA. Der Kontrast zwischen dem heutigen Urteil und der Schlussfolgerung der EPA, dass es „keine Risiken für die öffentliche Gesundheit durch die derzeit zugelassene Verwendung von Glyphosat“ gibt, könnte nicht stärker sein, teilt Bayer weiter mit. Der Aktienkurs gab nach diesem Urteil weiter nach.

Monsanto-Liste sorgt für noch mehr Ärger

Dem Konzern droht aber nicht nur wegen der rund 13.400 Klagen in den USA weiter Ungemach. Nun soll Monsanto eine detaillierte Liste von Gegnern und Kritikern in den USA sowie in Europa geführt haben, um die Debatte um Glyphosat und die Zulassung entsprechend zu beeinflussen. Diese Vorwürfe waren in Frankreich bekannt geworden. Bayer hatte am Wochenende um Entschuldigung gebeten. Dies seit nicht die Art, wie Bayer den Dialog mit unterschiedlichen Interessengruppen und der Gesellschaft suchen würde. Das Unternehmen stehe für Offenheit und einen fairen Umgang mit allen Interessengruppen. "Wir tolerieren in unserem Unternehmen kein unethisches Verhalten", heißt es in einer Stellungnahme.

Der Konzern will eine externe Kanzlei beauftragen, um den Vorgang aufzuarbeiten. Bayers Cheflobbyist Matthias Berninger, ein bekennender Grüner und ehemaliger Staatssekretär, hat nun alle Hände voll zu tun, auch in dieses Desaster Licht zu bringen und für Aufklärung zu sorgen.

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