Greenfield

Eurochem steigt in Kaliproduktion ein


Foto: da

Die internationale Eurochem Gruppe erweitert ihr Produktportfolio um Kali. Im Ural produziert das neue Kaliwerk Usolskiy für Europa, Asien und Südamerika.

 

Seit Mai werden in der Nähe der Stadt Beresniki im Uralgebirge rund 1.200 km östlich von Moskau entfernt, in zwei Schächten unter Tage rotes Kaliumgestein abgebaut. Eurochem, dessen Zentrale im Schweizer Zug ist, hat über den Schächten eine nagelneue Düngerfabrik errichtet, in der das Kali in verschiedenen Produktionsschritten gemahlen, aufbereitet getrocknet wird. Das Feinkali oder granulierte Kaliumclorid (MOP oder 60iger Kali) gelangt vor Ort auf Eisenbahnwaggons und per Ganzzug zu den Häfen in Estland oder an der Schwarzmeerküste. Von dort geht es in die Verbrauchsregionen in Brasilien, Europa oder Asien.

Einer der größten Abnehmer von Kali ist China. Vor kurzem hat Eurochem dazu ein Lieferabkommen mit dem Agrarunternehmen Heilongjiang Beidahuang Farms geschlossen.

Derzeit arbeiten die Ingenieure in Usolskiy daran, die Produktionskapazitäten bis auf 2,3 Mio. t Kali im Jahr zu erhöhen. Im Werk sind 1.700 Arbeiter beschäftigt. Die zweite Ausbaustufe liegt bei 3,7 Mio. t Kali. Mit dem Einstieg in den Kaliabbau gehört Eurochem zu den drei einzigen globalen Herstellern, die Stickstoff, Phosphat und Kali produzieren. Eurochem stellt sich auf eine steigende Kalinachfrage von schätzungsweise 69 Mio. t Kali in fünf Jahren weltweit ein. Bedarf neuer Minien besteht, da in den kommenden Jahren ältere Minen geschlossen werden. Eurochem will 2019 die zweite Kalimine, VolgaKaliy in der Wolgaregion im Süden Russlands eröffnen. Bis zum Jahr 2024 summiert sich das sich das Kaliangebot der beiden russischen Minien von Eurochem auf 8,3 Mio. t. Damit könnte das Unternehmen, das zu 90 Prozent dem russischen Milliardär Andrei Melnitschenko international seinen Marktanteil auf 10 Prozent ausbauen.
 

Insgesamt hat die russische Eurochem rund 4,5 Mrd. US $ in die beiden Greenfieldprojekte für 4.000 Jobs investiert. Weitere 135 Mio. US-$ gehen in den Wohnungsbau und Infrastruktur der Kommunen, wo sich die Werke befinden. Ein drittes Projekt ist der Bau einer neuen Ammoniumstickstoffanlage im Norden unter dem Namen Eurochem Northweth, die 2020 in Betrieb gehen soll.

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