Grüne Woche

Abnahmegarantie mit Dialogangebot


Volker Zepperitz (r.) und seine Mitarbeiter kombinieren Bauernmarkt mit Online-Shop. Das soll die Vermarktung regional erzeugter Produkte voranbringen.
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Volker Zepperitz (r.) und seine Mitarbeiter kombinieren Bauernmarkt mit Online-Shop. Das soll die Vermarktung regional erzeugter Produkte voranbringen.

Auf der Innovationsbörse soll Analog mit Digital zusammentreffen. Das Berliner Start-Up „Marktschwärmer“ setzt dieses Motto über die Kombination von Online-Shop mit Abholmarkt insofern konsequent um.

Bei Marktschwärmer bleiben mehr als 80 Prozent des Umsatzes dort, wo er hingehört: beim Erzeuger. Das ist ein Versprechen, das jeder Landwirt gerne hört. Somit ist das stärkste Mitmachargument der digitalen Selbstvermarktungsplattform bereits gefunden. Hinzu kommt ein Dialogangebot in Kombination mit Abnahmegarantien.

Amazon ohne Pakete

Im Prinzip funktioniert das Portal wie Amazon - allerdings ohne den Versand der Ware. Landwirte können ihre Ware wie Kartoffeln, Obst, Gemüse und Fleisch in den Online-Shop einstellen. Die Kunden bestellen und bezahlen sie digital. Einmal in der Woche kommt die analoge Komponente ins Spiel. Dann bringt der Erzeuger die im Wochenverlauf bestellte Ware zu einem Abholmarkt, Schwärmerei genannt. Dort soll nicht nur die Ware übergeben werden, sondern der Kunde auch mit seinen Landwirten in Kontakt und in den Dialog über die Produkte und deren Herstellung treten können.

Die Idee stammt aus Frankreich und hat dort in den vergangenen sechs Jahren zu der Gründung von mehr als 800 „Schwärmereien“ geführt. In Deutschland soll bald der 50. Markt eröffnen. „Wir sind mittlerweile in fast allen Großstädten vertreten, davon allein 15 mal in Berlin“, erklärt der Pressesprecher Volker Zepperitz. So gibt es beispielsweise in Kreuzberg den Graefekiez, bei dem auf der letzten „Schwärmerei“ sieben Erzeuger mit 181 Produkten mitgemacht und Brot, Fleisch, Obst, Gemüse, Milch, Joghurt sowie Wild vertrieben haben. Aber auch ländliche Gebiete seien mit dabei.

Insgesamt beteiligten sich rund 900 Bauern in Deutschland an dem Konzept. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr in Deutschland bei 2,1 Mio. €. Laut Zepperitz funktioniere insbesondere der Verkauf von Fleisch sehr gut. „Für die Landwirte verringert sich im Vergleich zu einem Marktstand das Risiko“, betont er. Denn die Ware sei ja schon bezahlt.

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