Grüne Woche

Ernährungswirtschaft lebt vom Export


In Deutschland hat die Ernährungswirtschaft eine gewisse Sättigung erreicht. Ertragsstütze ist für die Nahrungsmittelhersteller der Export.

Nach ersten Schätzungen konnte die Ernährungswirtschaft den gesamten Umsatz leicht um 0,3 Prozent auf 180 Mrd. € gesteigert werden. Der Inlandsumsatz verringerte sich um 0,1 Prozent. Dafür konnten die gesamten Lebensmittelexporte um 1 Prozent auf fast 61 Mrd. € gesteigert werden. Dieses Ergebnis spiegle den gesamtwirtschaftlichen Trend wieder, sagte Christoph Mienhoff von der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) kurz vor Beginn der Grünen Woche in Berlin. Einen ordentlichen Dämpfer erhielt 2018 das Exportwachstum in der EU. Die Exporte in EU-Staaten legten nur um 0,4 Prozent zu. Auch der bevorstehende Brexit mache sich, so Mienhoff, 2018 bemerkbar. Besonders die Exporte nach Großbritannien gingen zurück.

Fast ein Viertel des Umsatzes der deutschen Ernährungsindustrie und damit auch Arbeitsplätze hängen am Export in den EU-Binnenmarkt. Um das Wachstum zu sichern gehe es gerade in diesem Jahr um Europa, betonte Mienhoff. Bis zur Europawahl am 26. Mai müsse die Branche alle Anstrengungen unternehmen, für Europa zu werben. Mienhoff warnte davor, dass Ende Mai eine Mehrheit im Parlament sitzen könnte, die Europa ablehne. Für die Unternehmen der Ernährungsindustrie sei Europa das Lebenselexier. Deshalb müsse auch die Branche ein deutliches Bekenntnis für Europa abgeben.

„Wir steuern auf einen ungeordneten Brexit zu, was einen großen Schaden für Europa bedeuten würde“, sagte Mienhoff zur Entscheidung im britischen Unterhaus gegen den Ausstiegsvertrag mit der EU. Die EU müsse weiterhin Gesprächsbereitschaft zeigen. Zur IGW hat sich der BVE am Stand einiges einfallen lassen. Industrie und Handel seien vertreten. McDonald wird zeigen, wie sich Service und Produkte durch die Digitalisierung verändern würden. Nestle will am BVE-Stand vegane Burger vorstellen, Rewe Plastikmüll vermeiden und das Haenlein-Projekt stellt das Fleisch von Bruderhühnern von Legehennen vor, um das Töten von männlichen Küken zu vermeiden.

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