Die Direktzahlungen müssen von Land zu Land unterschiedlich bleiben, finden Bayerns und Österreichs Landwirtschaftsminister. Das erforderten schon allein die unterschiedlichen Pachtpreise.

Bayern und Österreich wollen gemeinsam gegen die von Brüssel geplante Angleichung der Agrarzahlungen kämpfen. Das haben Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner und die neue österreichische Bundesagrarministerin Elisabeth Köstinger bei einem Treffen auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vereinbart.

„Schon die Pachtpreise für Ackerland sind in Europa derart unterschiedlich, dass eine Nivellierung der Flächenprämien ungerecht wäre und zu extremen Wettbewerbsverzerrungen führen würde“, erklärte Brunner. Was etwa ein Bauer in Bayern jedes Jahr an Pacht zahlt, reiche in anderen Mitgliedsstaaten, um den Acker gleich zu kaufen. Auch die Produktions- und Lebenshaltungskosten seien in zahlreichen EU-Staaten um ein Vielfaches geringer.

Österreich will Subventionen mit Strukturkomponente

Direktzahlungen sind nach Ansicht der beiden Minister auch in Zukunft notwendig, um die vielfältigen Leistungen der Bauern für die Gesellschaft zu honorieren. Köstinger unterstützt auch Brunners Forderung, die Gelder künftig nicht mehr nur stur nach Quadratmetern zu zahlen, sondern eine Strukturkomponente einzuführen. „Wir brauchen eine viel stärkere Umverteilung hin zu den kleineren und mittleren Betrieben“, so der Minister. Das sei ein notwendiger Ausgleich für die höheren Produktionskosten, die Familienbetriebe im Vergleich zu Großbetrieben hätten. Damit würden genau die Betriebe gestärkt, die breite Akzeptanz in der Öffentlichkeit fänden.

stats