Grüne Woche

Porsche rast mit Biofasern

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit dem Biofaser-Porsche auf der Grünen Woche.
Screenshot Twitter
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit dem Biofaser-Porsche auf der Grünen Woche.

Nachhaltigkeit und Motorsport müssen sich nicht ausschließen. Landwirtschaftsministerin Klöckner besucht Porsche mit Türen aus Flachs und Hanf.

Der erste Schritt war ein Rennfahrzeug, das mit Biodiesel betrieben wurde. Jetzt geht es darum, die Karosserie aus nachwachsenden Rohstoffen zu konstruieren. Für Leichtbauteile wie Türen und Spoiler gibt es bereits vielversprechende Lösungen, die Thomas von Löwis auf der Grünen Woche gemeinsam mit der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FnR) präsentiert. Der Chef des Motorsportbetriebs Four Motors hat in seinem Bioconcept-Porsche Leichtbauteile aus Hanf, Flachs und Harz verbaut, die den Anforderung im Vergleich zu den üblichen Leichtbauteilen aus Kohlefasern in nichts nachstehen. „Bio-Leichtbauteile sind eigentlich nichts Neues. Seit kurzem setzen wir aber nachhaltige Rohstoffe ein, die in einem maschinellen Verfahren produziert worden sind. Damit kann in Zukunft auch eine Serienproduktion möglich sein“, erklärt Löwis.

Serienproduktion startet

Das Vorhaben findet von verschiedensten Seiten Unterstützung. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat im Rahmen der Bioökonomiestrategie Fördergelder vergeben, das Fraunhofer WKI trägt zur Fortentwicklung der Biofaserverbundwerkstoffe bei und der Rapper Smudo der Band „Die Fantastischen Vier“ tritt als prominenter Fürsprecher auf. Nachdem Four Motors vorgemacht hat, dass die Bio-Variante funktioniert, ist vor kurzem mit dem Unternehmen Porsche ein Autobauer in das Projekt eingestiegen, der die Karosserieteile serienmäßig in einem Rennwagen verbauen wird.

Ein Problem bei Produkten aus Naturstoffen ist weiterhin die schwankende Qualität der Ware. Bei Produkten aus Erdölderivaten kann hingegen jederzeit eine konstante Qualität geliefert werden. Die Toleranzschwelle liegt laut Löwis bei 5 Prozent, die Biofaserverbünde schwankten in der Qualität jetzt nur noch bei etwa 3 Prozent. Ein weiteres Thema sind die Kosten der Kohlefaseralternative. Derzeit seien die Bio-Leichtbauteile noch teurer als die konventionell hergestellte Variante. Ab einer bestimmten Produktionsmenge könnte die Biofaser aber etwa 30 Prozent günstiger als die Kohlefaser hergestellt werden, Entsorgungskosten noch gar nicht mit eingerechnet, so Löwis.

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  1. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 21. Januar 2019 11:40 | Permanent-Link

    Kenaf wäre für selbige Zwecke auch geradezu prädestiniert. Ein Verbundwerkstoff als solcher, der jederzeit recycelbar wäre und genau darauf legt man heute doch allergrößten Wert.

    Was aber ist aus dieser ehemaligen NON-FOOD-Anbaualternative geworden? Wie schnell wurde sie aus unserem heimischen Anbauportfolio sofort wieder rigoros entfernt?

  2. Michael
    Erstellt 21. Januar 2019 19:07 | Permanent-Link

    Im Bio-Porsche mit 120 km/h über die Autobahn. Made in Germany.

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