Halbjahresbilanz

Bell wächst mit Zukäufen


Gewinn des Schweizer Fleischverarbeiters bricht um knapp ein Fünftel gegenüber Vorjahr ein. Wachstum mit Convenience-Sparte.

Die Bell Food Group steigerte im ersten Halbjahr 2018 sowohl Umsatz und Absatz überdurchschnittlich, muss sich jedoch mit einem deutlich kleineren Ergebnis zufrieden geben. Zwischen Januar und Juni erwirtschaftete die Gruppe einen Warenumsatz von 2,1 Mrd. Schweizer Franken (CHF). Das entspricht nach heutigem Wechselkurs 1,86 Mrd. Euro. Das Absatzvolumen stieg um 19,9 Prozent auf insgesamt 268.300 t. Das Wachstum ist nach Unternehmensangaben auf Akquisitionen, Währungseffekte und eigene Anstrengungen zurückzuführen.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Basel ist die mit Abstand größte „Metzgerei“ in der Eidgenossenschaft. In den vergangenen Jahren investierte das Mangement kräftig im Segment Convenience und erwarb zunächst den Spezialisten Hilcona, ehe man sich im vergangenen Jahr die Hügli-Gruppe sicherte. Letztere steigerte das EBITDA des international tätigen Fleischverarbeiters um sechs Mio. CHF. In der Gesamtbilanz des ersten Halbjahrs sank das EBIT allerdings um 10,2 Mio. CHF auf 55,2 Mio. CHF (1. Halbjahr 2017: 65,4 Mio. CHF). Damit wurden die selbstgesteckten Ziele nicht erreicht, weshalb die Konzernspitze vor wenigen Wochen eine Gewinnwarnung herausgab.

Akquisitionen
2011: Einstieg bei Hilcona, Hoppe (Convenience)

2016: Huber-Gruppe, Österreich (Geflügel), Cher-Mignon (Charcuterie), Gaiser AG (Fleischverarbeiter), Eisberg-Gruppe (Salate)

2017: Frostag Food-Centrum AG (Vegetarische Produkte), Nobleza Ibérica (Schinken)


2017: Beteiligung an Mosa Meat (In-Vitro-Fleisch)

In Deutschland ist Bell mit den Marken Abraham, Hoppe und Zimbo präsent. Hier legten die Umsätze im Berichtszeitraum spürbar zu. So stieg der Warenumsatz von Bell Deutschland von 215,0 Mio. CHF auf 253,1 Mio. CHF. Die eingeleiteten Reorganisationsmaßnahmen fruchten laut Pressemitteilung. Allerdings trägt die Deutschland-Zentrale mit Sitz in Seevetal auch die Verantwortung für die Geschäfte in Spanien. So sind Serrano- und Ibérico-Schinken die Treiber des Wachstums. Im Frühjahr 2017 hatte die Bell Food Group die Produktionsanlagen des spanischen Schinken- und Wurst-Spezialisten Nobleza Ibérica übernommen und parallel in einen neuen Serrano-Schinkenbetrieb investiert, der im Frühjahr 2019 ans Netz gehen soll.

Weiter wachsen will der eidgenössische Konzern mit Convenience-Produkten. Hier liegt der Fokus in den kommenden Monaten auf dem Ausbau der Marktstellung und der vollständigen Integration von Hügli. Mit der Konzentration auf die margenstärkere Convenience-Sparte erhofft sich Bell eine Verbesserung des Ergebnisses.

 

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