Halbjahresbilanz

Cargill reitet die Biodieselwelle

Foto: Biodiesel.org

Die Investitionen in die globale Tierernährung zahlen sich für den US-Konzern aus. Jetzt baut Cargill eine neue Biodieselanlage im US-Bundesstaat Kansas.

Die Cargill Inc. hat in der 1. Hälfte des Geschäftsjahres 2017/18 (Juni/Mai) einen Umsatz von rund 57 Mrd. US-$ und damit etwa 5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum erzielt. Entscheidender für den US-Konzern sind jedoch seit einigen Jahren die Gewinnkennzahlen, die im Vorjahr ausgesprochen hoch waren und damit ehrgeizige Erwartungen wecken. Cargill weist aktuell für die Monate Juni bis November 2017 einen um Sondereinflüsse bereinigten operativen Gewinn von 1,8 Mrd. US-$ und damit nur 1 Prozent weniger als im 1. Halbjahr des Vorjahres aus. Der Nettogewinn ist sogar um 3 Prozent auf 1,9 Mio. US-$ gestiegen, dank guter Ergebnisse in den Finanzdienstleistungen, die der Konzern neben dem operativen Geschäft anbietet.

Entsprechend zufrieden zeigt sich Cargill-Chef David MacLennan am Mittwoch bei der Bekanntgabe der Halbjahresergebnisse. Und er kündigt weiteres Wachstum an, das durch Investitionen von insgesamt mehr als 1 Mrd. US-$ in Akquisitionen, Joint Ventures und neue Anlagen gestützt werden soll.

Mälzereien werfen mehr Gewinn ab

Besonders ertragreich entwickelt sich rund um den Globus für Cargill das Geschäft mit der Tierernährung. Hohe Gewinne erzielt der Konzern nach eigener Aussage mit Premixen und Futtermittelzusatzstoffen. Etwas schwächer als im ertragsstarken Vorjahr haben sich die Margen der Fleischverarbeitung in Nordamerika entwickelt. Höhere Gewinne als im Vorjahreszeitraum erzielte Cargill im Geschäft mit Lebensmittelzusatzstoffen, aber auch mit Kakao und Schokolade sowie Malz und Stärke.

Schwächere Margen erzielte Cargill hingegen im Erfassungsgeschäft und im internationalen Handel. Als Grund nennt der Konzern die große Mais- und Sojaernte in den USA sowie die global hohen Vorräte, die auf die Agrarpreise drücken und auch die Gewinnchancen im Handel verringern. Cargill versucht, mit noch stärkerer Integration in der Wertschöpfungskette gegenzusteuern. Unter anderem reitet der Konzern die Biodiesel-Welle in den USA. Dort sind die Beimischungsziele für Biodiesel nach wie vor attraktiv, Billigimporte aus Argentinien aber durch Antidumping-Zölle abgewehrt. In diesem günstigen Umfeld hat Cargill den Bau seiner dritten Biodieselanlage in den USA begonnen. Sie steht im US-Bundesstaat Kansas und soll Anfang 2019 fertig gestellt sein. Cargill verspricht dadurch bessere Absatzmöglichkeiten für US-Sojabohnen.

In Deutschland breit aufgestellt
Die Cargill Inc. ist mit einem Jahresumsatz von rund 110 Mrd. US-$ größtes Agrarunternehmen der Welt. In Deutschland gehören neben dem Lebensmittelzutatengeschäft die Ölmühlen Riesa und Salzgitter, das Biodieselwerk in Frankfurt-Höchst, die Mälzerei Salzgitter, die Stärkefabriken Barby und Krefeld sowie das Alkoholwerk in Barby zum Konzern.

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