Halbjahresbilanz

ZG Raiffeisen lässt Vorsicht walten


Die Unternehmensgruppe aus Karlsruhe kann im 1. Halbjahr höhere Rapsumsätze generieren. Das Zittern um die Maiserträge beginnt.

Der konsolidierte Gesamtumsatz der ZG Raiffeisen-Gruppe stieg im 1. Halbjahr 2019 um 10 Prozent auf 593 Mio. €. Die positive Umsatzentwicklung schlägt sich auch in einem gegenüber dem Vorjahr besseren operativen Halbjahresergebnis nieder. Sorgen bereitet dem ZG-Vorstand die Trockenheit, die bei Mais zu Ertragsrückgängen führen wird.

In der Hochrechnung für 2019 lässt Vorstandschef Dr. Ewald Glaser das kaufmännische Prinzip der Vorsicht walten: „Wir schreiben den Ergebnisvorsprung des ersten Halbjahres fort, aber erhöhen ihn nicht“, sagte er bei der Erntepressekonferenz in dieser Woche in Karlsruhe-Maxau. 

Die einzelnen Geschäftsbereiche entwickelten sich unterschiedlich. So konnte mit Düngemitteln eine ausschließlich preisbedingte Steigerung um 8 Prozent erzielt werden. Der Umsatz mit Saatgut war wegen einer kleineren Saatmaisvermehrungsfläche um 9 Prozent rückläufig. Pflanzenschutz konnte um 6 Prozent zulegen. Die Sparte Tiernahrung erzielte einen Zuwachs beim Umsatz um 7 Prozent.

Der Rhein verbindet
Gemeinsam ist besser als einsam. Unter diesem Motto stellen die  ZG Raffeisen und die elsässischen Coopérative Agricole de Céréales (CAC) in Colmar ihr Joint Venture Ecu. In der ECU werden  zusammen rund 1 Mio. t  Weizen und Mais erfasst. Die Lagerkapazitäten links und rechts des Rheins umfassen 700.000 t Lagerraum von Huningue bis Mannheim. Von diesem Gemeinschaftsunternehmen erwartet sich die ZG Raffeisen eine Stärkung der Marktposition und eine deutliche Optimierung der Logistikkette. Auf 250 km Wasserstrasse können 14 Hafenstandorte angefahren werden.

 

Das Unternehmen verfügt über eine sehr kompetente und hochmotivierte zweisprachige Mannschaft aus beiden Genossenschaften und wird zum 1. September 2019 das operative Geschäft in den Räumen unseres Silobetriebes in Straßburg aufnehmen. ECU ist eine grenzüberschreitende genossenschaftliche Antwort auf sich verändernde Marktverhältnisse, getreu unserem Motto: „Gemeinsam ist besser als einsam.“

Zuständig für Tiernahrung und Digitalisierung ist im Vorstand der ZG Raiffeisen seit 1. Juli Dr. Holger Löbbert. Damit ist das Trio von Glaser und Lukas Roßhard komplett.

Die Vermarktung verlief nach den Worten von Glaser sehr positiv und stieg um 12 Prozent wegen besserer Getreidepreise und größerer Raps-Umsätze. Trotz einer verhaltenen Investitionsstimmung in der Landwirtschaft stieg der Technik-Umsatz um 11 Prozent. Nach einem Aufwärtstrend im Energiegeschäft erwartet Glaser im 2. Halbjahr eine geringere Nachfrage, weil bei Heizöl viele Käufe vorgezogen wurden. Positiv entwickelten sich die ZG-Raiffeisen-Märkte und die Tochtergesellschaft Raiffeisen Baucenter GmbH.

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  1. singend swingendes Getreidekörnchen
    Erstellt 8. August 2019 10:39 | Permanent-Link

    Wer sich erst dieser Tage segenbringender, höchst erfreulich körnerreicher Vielfalten auch noch bester Qualitäten in den Räumen unserer Badener Kornkammer rühmte, der sollte wirklich dennoch bilanztechnisch zunächst Vorsicht walten lassen, wenn man sich angesichts der unmissverständlichen Unwägbarkeiten des Ausnahmejahres 2019 es sich ungeachet dessen leisten wollte, in der Haupterntephase, die extrem kurz, kaum mehr als eine Woche fortdauerte, die eigenen Genossenschaftsstandorte spätestens um 18.00 Uhr zu verschließen. Diese Gossen gingen noch bei Tageslicht in die (wohlverdiente?) Nachtruhe.

    Demgemäß darf man sich natürlich nicht wundern, wenn selbst treueste Genossen, deren Erntetechnik auf dem Feld an diesen Tagen im Einsatz war, leicht irritiert ihre Absatzwege bei anderen, verlässlicheren Händlerkollegen vor Ort suchten; um hernach auch an den Folgetagen nicht wieder planlos, kostenfressend mit den beladenen Gespannen umherirren zu müssen, haben viele gleich direkt diese schnell gefundenen Alternativen bewusst favorisiert.

    Pech gehabt, könnte man da mal schnell ins Sinnieren kommen; oder aber seitens dieser Genossenschaftsmanager in den Chefetagen sich schlichtweg über die damit eingesparten Personalkosten an den jeweiligen Standorten erfreuen.

    Wie solcherweise betriebswirtschaftliche Bewertung im Nachgang auszusehen hat, wird der geballte Intellekt von jetzt drei Geschäftsführer-Cerebras sicherlich ganz eigenständig zu analysieren wissen - auch im Hinblick auf eine fernerhin mögliche Außenwirkung!

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