Halbjahreszahlen

Arla holt auf

Im zweiten Quartal kann die dänische Molkereigenossenschaft Boden gut machen. Somit steigen die Umsatzerlöse um 2,2 Prozent auf 5,1 Mrd. € im ersten Halbjahr an. Der Aufsichtsrat schlägt vor, den vollen Nettogewinn in diesem Jahr an die Arla-Milchbauern auszuschütten.

Das Halbjahresergebnis sei zum einen auf die positive Entwicklung des Markengeschäfts und zum anderen auf steigende Milchpreise zurückzuführen, berichtet Arla heute. Für Druck hätten hingegen das schwache britische Pfund und die ungünstige Entwicklung der Fett- und Proteinpreise gesorgt.

Der Vorstandsvorsitzende Peder Tuborgh führte das positive Ergebnis vor allem auf die Sofortmaßnahmen zurück, die man nach dem schwachen Jahresstart ergriffen habe. Das Transformationsprogramm „Calcium“ solle nun weiter umgesetzt und die Leistung stetig verbessert werden. Das Programm sieht laut Arla Kostensenkungen von mehr als 400 Mio. € vor; im ersten Firmenhalbjahr seien bereits 9,5 Mio. € eingespart worden, so die Molkereigenossenschaft. 

Die Erlöse des gesamten europäischen Arla-Geschäfts seien im Vorjahresvergleich um 0,6 Prozent auf 3,2 Mrd. € gestiegen. Der Grund dafür seien höhere Verkaufspreise und ein besserer Produktmix gewesen. Im internationalen Geschäft musste Arla hingegen Einbußen von 5,3 Prozent auf 750 Mio. € hinnehmen. Diese Entwicklung sei aber ausschließlich auf Wechselkursverluste durch den schwachen US-Dollar zurückzuführen, so Arla. Bereinigt um Währungseffekte hätte sich hier ein Plus von 1,7 Prozent ergeben.

Für das Gesamtjahr rechnet die Geschäftsführung mit einer Umsatzspanne von 10,0 Mrd. € bis 10,5 Mrd. €, nach 10,3 Mrd. € im Vorjahr. Der Nettogewinnanteil für das Jahr 2018 wird den angestrebten Bereich von 2,8 bis 3,2 Prozent erreichen. Aufgrund der positiven Entwicklung der Bilanz wurde vom Aufsichtsrat ein Vorschlag zur Ausschüttung des gesamten Nettogewinns 2018 der Arla Gruppe ausgearbeitet. Damit würde Arla für ein Jahr von der sonst üblichen Gewinnverteilung abweichen. Der Aufsichtsrat sieht zudem, dass viele Arla Landwirte aufgrund der Dürre dieses Sommers in Europa mit einer schwierigen finanziellen Situation konfrontiert sind, und dass es im Interesse von Arla liege, den diesjährigen Nettogewinn an die Landwirte auszuzahlen.

Fakten zum Vorschlag des Aufsichtsrates

Die gesamten Erträge (Nettogewinn) im Jahr 2018 werden als Nachzahlung (voraussichtlich in der Spanne von 285 - 310 Mio. €  bzw. 2,3 - 2,5 Cent/kg Milch) ausgezahlt.

Die außerordentliche Zahlung folgt dem regulären Zeitpunkt der Nachzahlung im März 2019.

Die außerordentliche Maßnahme ist mit der Verpflichtung verbunden, die Konsolidierungspolitik in den Jahren 2019 und 2020 einzuhalten.

Transformationsprogramm Calcium zeigt erste Wirkung
Anfang 2018 wurde das dreijährige Transformations- und Effizienzprogramm "Calcium" vom Arla Vorstand bekanntgegeben, um die Kosten um über 400 Mio. € zu senken. Im ersten Halbjahr 2018 zeigte Calcium bereits erste positive Auswirkungen mit Einsparungen in Höhe von 9,5 Mio. €. Für das Gesamtjahr 2018 erwartet Arla, dass Calcium einen positiven Beitrag von mindestens 50 Mio. €  beisteuern wird. Dies liegt über der ursprünglichen Voraussage von 30 Mio. €.
Von den 400 Mio. €, die Calcium voraussichtlich bis 2021 einsparen wird, strebt Arla an, 300 Mio. € über den vorausgezahlten Milchpreis an seine Genossenschaftsmitglieder auszuzahlen, während 100 Mio. € in Wachstumsbereiche reinvestiert werden sollen.

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