Halbjahreszahlen

Nord/LB steigert Ergebnis


Die angeschlagene Norddeutsche Landesbank hat im 1. Halbjahr 2019 ihr Ergebnis verbessert und Verwaltungskosten gesenkt. Für das Gesamtjahr erwartet sie dennoch einen Verlust.

Die Bank hat damit das im 1. Quartal erzielte Konzernergebnis von 54 Mio. € weiter ausgebaut. Nach Steuern lag das Konzernergebnis für das 1. Halbjahr nun bei 149 Mio. €. „Mit dem Geschäftsverlauf in der ersten Jahreshälfte können wir durchaus zufrieden sein“, sagte Thomas Bürkle, Vorstandsvorsitzender der Nord/LB: „In einem herausfordernden Umfeld ist es uns gelungen, das Ergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu steigern. Gleichzeitig haben wir unsere Bilanzsumme und unsere Kosten weiter verringert und damit den Prozess der schrittweisen Verschlankung der Bank fortgesetzt.“     

Die durch Schiffsfinanzierungen angeschlagene Bank befindet sich Mitten in einem Restrukturierungsprozess, bei dem die Bilanzssumme abgebaut und Stellen gestrichen werden sollen. Erste Erfolge verzeichnet die Bank nun bei der Senkung der Kosten. Der Verwaltungsaufwand konnte im 1. Halbjahr 2019 um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert gemindert werden. Dabei waren sowohl die Personal- als auch die anderen Verwaltungsaufwendungen rückläufig. 

Die bisherigen Träger der Nord/LB, die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, sowie die Sparkassen-Finanzgruppe hatten sich im Frühjahr 2019 auf Kapitalmaßnahmen zur Stärkung der Bank verständigt, die laut Medienberichten bei rund 3,6 Mrd. € liegen sollen. Über die vorgesehenen Kapitalmaßnahmen sind die Bank und ihre Träger weiterhin in einem engen Austausch mit der EU-Kommission und der Bankenaufsicht. Vor allem muss die EU-Kommission entscheiden, ob die Finanzhilfen mit dem EU-Wettbewerbsrecht vereinbar sind. Spätestens bis zum Jahresende sollen die geplanten Kapitalmaßnahmen umgesetzt und eine Kapitalquote von rund 14 Prozent erreicht sein.

Im Gegenzug muss sich die Bank neu aufstellen und spürbar verkleinern. Bis zum Jahr 2024 soll die Bilanzsumme auf rund 95 Mrd. € sinken. Zum 30. Juni lag sie bei 145,3 (Jahresende 2018: 154,0) Mrd. €. „Im Zusammenhang mit der Neuausrichtung planen wir für das zweite Halbjahr mit hohen Restrukturierungsaufwendungen. Entsprechend halten wir auch an unserer Prognose fest, wonach die Bank das Gesamtjahr 2019 mit einem Verlust abschließen wird“, sagte Bürkle.

 

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