Polen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Exporteur von Geflügelfleisch entwickelt. Gänse spielen dabei inzwischen nur noch eine untergeordnete Rolle.
IMAGO /Joker
Polen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Exporteur von Geflügelfleisch entwickelt. Gänse spielen dabei inzwischen nur noch eine untergeordnete Rolle.

Die Corona-Krise und die Geflügelpest wirken sich auf das Auslandsgeschäft der polnischen Geflügelbranche aus.

Die Folgen der Corona-Pandemie und die Geflügelpest haben den polnischen Geflügelsektor im vergangenen Jahr heftig durchgeschüttelt und für ein vorläufiges Ende eines langjährigen Wachstumstrends gesorgt. Nach Schätzungen der Bank Credit Agricole sind die Exporte von Geflügelprodukten und Lebendgeflügel zwischen Januar und November 2020 wertmäßig um 8,7 Prozent hinter denen des Vorjahreszeitraums zurückgeblieben. Das war aufs Jahr gerechnet der erste Rückgang bei den Sektorausfuhren seit 2009.

Laut den Analysten lag dies in erster Linie an einem starken Einbruch der Geflügelpreise. Diese hätten bereits zum Jahresauftakt, nämlich im Januar 2020, und damit noch vor der Corona-Krise um mehr als sieben Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau gelegen, während sich die Futterpreise um gut ein Zehntel über denen von Anfang 2019 bewegt hätten. Damit verbunden war nach Angaben der Marktanalysten eine drastische Verschlechterung der Rentabilität der polnischen Geflügelproduktion. Der coronabedingte Absatzeinbruch im Ausland belastete die exportabhängige polnische Geflügelwirtschaft dann in den Folgemonaten weiter und drückte wegen des daraus resultierenden Überangebots noch mehr auf die Preise.


Schon im Mai 2020 warnte deshalb die Nationale Kammer der Geflügel- und Futtermittelproduzenten vor einer Insolvenzwelle, sollte die polnische Regierung den Tierhaltern nicht unter die Arme greifen. Inzwischen scheint sich die Situation aber wieder etwas stabilisiert zu haben. Nach Einschätzung der Experten von Credit Agricole wird allerdings viel vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie abhängen. Unsicherheiten gehen nach ihrer Darstellung zudem von der weiterhin in Polen und anderen EU-Staaten grassierenden Geflügelpest aus. Dennoch setzen die Marktanalysten für 2021 auf einen moderaten Preisanstieg und eine sich wieder verbessernde Rentabilität der Produktion. AgE

Dieser Text erschien zuerst auf www.fleischwirtschaft.de.

Kommentare

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

    stats