Handelsstreit

Baywa beendet Iran-Geschäft


Die Baywa legt keinen großen Wert auf Jean-Claude Junkers Diplomatie im Handelsstreit zwischen der EU und Donald Trump. Beim Iran-Geschäft schafft der Agrarhändler Fakten.

Die Baywa spürt in ihren Geschäftsbereichen bislang noch keine Auswirkungen des Handelsstreites zwischen den USA und China. Allenfalls profitiere man vom „Sojastreit“ und erwartet günstigere Einkaufspreise, sagte der Vorstandsvorsitzende der Baywa, Klaus Josef Lutz, vor der Presse. „Wir brauchen keine Vermittlung durch den EU-Präsidenten Jean-Claude Junker, wenn die Baywa Soja in den USA kauft“.

Nicht mit den USA verscherzen

Allerdings wird das Getreidegeschäft mit dem Iran gestoppt, kündigt er an. Das Volumen, um dass es hierbei geht, sei für die Baywa aber nicht signifikant. Im Iran könne man besonders Brotweizen aus Deutschland gut absetzen. Dieser Handel zeigte zuletzt zwar eine gute Entwickelung, doch möchte es sich Lutz nicht mit der US-Regierung verscherzen. „Es ist zu risikoreich sich mit den Amerikanern anzulegen“. Immerhin betreibe die Baywa vielseitige Geschäfte, auch im Bereich „Erneuerbare Energien“, mit den USA.
Sanktionen gelten
Seit Dienstag gelten die amerikanischen Sanktionen gegen Iran. Das hat auch Auswirkungen auf deutsche Unternehmen. Der Autobauer Daimler hatte am gleichen Tag angekündigt, sich aus dem - ohnehin eingeschränkten - Iran-Geschäft zurückzuziehen. Die Baywa geht jetzt den gleichen Weg.

Halbjahresergebnis deutlich unter Vorjahr

Das erste Halbjahr hat der Münchner Konzern nach eigenen Angaben planmäßig abgeschlossen. Insbesondere durch das 2. Quartal hat die Baywa AG im Ergebnis aufgeholt. Insgesamt liegt es aber deutlich unter dem Vorjahresniveau. So stieg zwar der Konzernumsatz zum 30. Juni um 300 Mio. auf 8,3 Mrd. €. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug zum 1. Halbjahr 2018 aber nur rund 32,1 Mio. €. Es liegt damit im Vergleich zum 1. Halbjahr 2017 mit 72,8 Mio. € um 56 Prozent darunter. Das Segment Agrar entwickelte sich hingegen positiv. Es schloss das 1. Halbjahr mit einem leichten Umsatzanstieg auf 5,8 Mrd. € ab und erzielte ein Ebit-Plus von 8,3 Prozent auf 52,4 Mio. €. 

Lutz hofft für Ende 2018 auf ein Konzernergebnis, das auf dem Niveau von 2017 liegt. Der Sondereffekt des Vorjahres aus dem Verkauf der Konzernzentrale in Höhe von 20 Mio. € soll durch operative Ergebnissteigerung ausgeglichen werden.

Weitere Informationen zu der Baywa-Halbjahresbilanz lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der agrazeitung.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats