Hanf-Legalisierung

Deutscher Cannabis-Anbau lässt auf sich warten

Seit rund einem Jahr darf Cannabis für medizinische Zwecke verschrieben werden. Manche deutsche Bauern und Gärtner haben sich für eine Anbaulizenz interessiert. Daraus wird erst einmal nichts.  

Bei der Vergabe für den legalen Anbau von Cannabis in Deutschland gibt es Unstimmigkeiten. Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat das Verfahren gestoppt. Begründung: Die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eingerichtete Cannabis-Agentur hat zu kurze Fristen gesetzt, in denen man sich um den Anbau und die Lieferung von Medizinal-Hanf bewerben kann. Es untersagte der Agentur, einen Zuschlag zu erteilen.  Dabei soll es sich der Rheinischen Post zufolge um ein Volumen von 6,6 Tonnen Cannabis gehandelt haben. Eigentlich war die erste Ernte unter staatlicher Aufsicht für 2019 geplant.

Konkret geht es um die Frist, innerhalb derer die Bewerber einen Nachunternehmer mit der geforderten langjährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Cannabisproduktion benennen konnten, sofern sie selbst nicht über die entsprechende Erfahrung verfügten. Die Benennung eines Nachunternehmers ist insofern bedeutend, weil es deutschen Anbauern nicht möglich ist die geforderte langjährige Erfahrung nachzuweisen. Denn der Cannabis-Anbau in Deutschland war bisher illegal.

Auf Rezept
Seit dem vergangenen Jahr ist auch der Rauschhanf salonfähig. Er ist für Schwerkranke auf Rezept freigegeben. Allerdings ist der bürokratische Aufwand, um die Lizenz zur Kultivierung von Medizinalhanf zu erlangen, hoch. Die Vergabe des Anbaus erfolgt über ein Ausschreibungsverfahren, das die Cannabisagentur steuert. Voraussetzung sind Referenzen über den Anbau, die Verarbeitung und die Lieferung von Arzneipflanzen aus den vergangenen drei Jahren und über mindesten 50 Kg. Deutsche Firmen und Landwirte fühlen sich benachteiligt. Für  Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen ist das ein Unding: „Wir wollen, dass seriöse deutsche landwirtschaftliche Unternehmen die Möglichkeit bekommen, sich zu bewerben."

Mit dem Urteil wird es bis zu einer Lizenz-Erteilung für deutsche Bauern oder Gartenbauunternehmen wohl noch dauern. Derweil wird Medizinal-Hanf vor allem aus Kanada und den Niederlanden importiert. Ob das jetzt ausgesprochene Zuschlagsverbot zu einer Aufhebung des eingeleiteten Vergabeverfahrens führt oder ob es Alternativen für die Vergabe in Deutschland gibt, muss jetzt die Cannabisagentur klären. 

 

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Eberhard Hepp
    Erstellt 30. März 2018 10:47 | Permanent-Link

    Da wird um Canabis ein Aufstand gehalten, nur weil der Staat daran nichts verdient
    Dabei ist Canabis ein hervorragendes Mittel. Nur zu billig. Bei einem erweiterten
    Einsatz könnte die Pharmaindustrie ihre überteuerten Pillen nicht mehr verkaufen
    Deren Spione beim Gesundheitsminister halten den schon zurück!
    Alkohol und Nikotin sind gute Drogen weil der Staat damit Milliarden einnimmt.

stats