Hauptversammlung

Agravis meldet schweren Start


Die Hauptversammlung 2019 findet bei der Agravis Niedersachsen Süd GmbH in Wunstorf/Kohlendorf statt.
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Die Hauptversammlung 2019 findet bei der Agravis Niedersachsen Süd GmbH in Wunstorf/Kohlendorf statt.

Die Folgen der Trockenheit bekommt die Agravis finanziell auch noch im Jahr 2019 zu spüren. Der neue Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler brennt darauf, den Agrarkonzern zu führen.

In den ersten vier Monaten 2019 hat die Agravis einen Umsatz von 2,1 Mrd. € erzielt und liegt damit auf Vorjahresniveau. Das Gesamtjahr will der Agrarkonzern mit einem Umsatz von 6,5 Mrd. € ebenfalls auf Vorjahresniveau abschließen, kündigt am heutigen Donnerstag der neue Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler auf der Agravis-Hauptversammlung in Wunstorf an.
Das Ergebnis vor Steuern liegt von Januar bis April 2019 hingegen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Beim Ergebnis für das Gesamtjahr 2019 geht Köckler aber von rund 30 Mio. € wie im Vorjahr aus. 

Dürre hat Agravis 40 Mio. € gekostet

Die Folgen der Trockenheit 2018 werden sich auch noch im 1. Halbjahr 2019 deutlich auf den Geschäftsverlauf auswirken. Finanzvorstand Johannes Schulte-Althoff geht davon aus, dass die Trockenheit im gesamten Getreidewirtschaftsjahr von Juli 2018 bis zur Ernte 2019 bei der Agravis mit rund 40 Mio. € negativ zu Buche schlagen wird. "Wir haben deutlich weniger Getreide erfasst und es fehlten Dienstleistungen wie die Trocknung", führt Schulte-Althoff aus. Düngemittel und Pflanzenschutz wurden wegen der Dürre weniger oder gar nicht gebraucht, sagte der Agravis-Finanzvorstand.

Dividende beträgt 1,02 €/Aktie

Das Unternehmen habe aber schnell auf die neue Situation reagiert und bespielsweise Genossenschaften mit Liquidität unterstützt und den Tierhaltern wegen der fehlenden Grünlandschnittte neue Futtermischungen angeboten. Aufgeteilt würden von den 40 Mio. € an Einbußen rund 24 Mio. € auf das Geschäftsjahr 2018 und 16 Mio. € auf das Jahr 2019 entfallen, ergänzt Köckler. „Diese Summe haben wir teilweise auch schon verarbeitet, aber unter dem Strich war der Start schwer“, erklärte der neue Vorstandsvorsitzende den rund 850 anwesenden Aktionären in der aufwendig zum Sitzungssaal gestylten Getreidelagerhalle der Agravis Niedersachsen Süd AG am Mittellandkanal in Wunstorf/Kohlenfeld in Niedersachsen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 1,02 €/Aktie vor und damit den Bilanzgewinn in Höhe von rund 8,4 Mio. € zu verwenden.

Mit Respekt und Engagement
Gleich zu Beginn der Hauptversammlung stellte sich das neue Führungsduo neben dem Granten, Agravis-Finanzvorstand, Johannes-Schulte Althoff, den Aktionären vor.

Unterschiedliche Auffassungen über die weitere Unternehmensentwicklungen haben dazu geführt, dass vor Kurzem die Vorstände Andreas Rickmers und Maria Johanna-Schaecher die Agravis verlassen haben. Der Aufsichtsratsvorsitzende Franz-Josef Holzenkamp begrüsste den neuen Vorstandsvorsitzenden Dr. Dirk Köckler als einen erfahrenen Agrarier, der für seine neue Aufgabe brennt. Seit 1. Mai ist Hermann Hesseler, Vorstansmitglied und unter anderem für Betriebsmittel und die strategische Ausrichtung zuständig. In Köckler stecke eine Menge Raiffeisen-DNA, sagte Holzenkamp und verfüge über großartige Vernetzungen. Klöckler war zuletzt Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Kassel. Hermann Hesseler ist nach vielen Jahren in verantwortungsvollen Führungsaufgaben bei der Agravis in einem langen Auswahlverfahren in den Vorstand der Agravis berufen worden. Er trete mit Respekt und Engagement das neue Amt an, sagte Hesseler in seiner kurzen Vorstellung bei der Hauptversammlung in Wunstorf.

Der Vorstandsvorsitzende Köckler verhehlte auf der Hauptversammlung nicht, dass die Ziele für Umsatz und Ergebnis aus heutiger Sicht und beim Blick auf die aktuellen Zahlen ambitioniert seien. Aber eine normale Ernte, die mit dem Regen aktuell wieder möglich sein könnte, keine Afrikanische Schweinepest und kein erneutes Ausnahmejahr vorausgesetzt, geht der Vorstand davon aus, die Planzahlen 2019 zu erreichen. Die Investitionen sollen mit 51,3 Mio. € in 2019 hoch bleiben und auf Abschreibungsniveau liegen. Das Eigenkapital will die Agarvis auf 600 Mio. € ausweiten bei einer stabilen Eigenkapitalquote von 30 Prozent. 



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