Hauptversammlung

HaGe verkauft auf Agrando


Die HaGe-Vorstände Markus Grimm (l.) und Henrik Madsen setzen auf Strukturveränderungen, strategische Partnerschaften und eine zunehmende Digitalisierung des Geschäftsmodells.
Foto: HaGe Kiel, Sven Janssen
Die HaGe-Vorstände Markus Grimm (l.) und Henrik Madsen setzen auf Strukturveränderungen, strategische Partnerschaften und eine zunehmende Digitalisierung des Geschäftsmodells.

Der Kieler Agrarhändler hat unter dem Dürrejahr 2018 gelitten. Die Konzernstrategie fordert Kosten- und Marktführerschaft. Dabei sollen digitale Angebote an die Kunden helfen.

 

Die Hauptgenossenschaft Nord AG (HaGe) in Kiel kündigte anlässlich ihrer Hauptversammlung am Mittwoch an, ihre digitalen Kundenservice-Angebote weiterzuentwickeln. Die Kieler haben dazu vor kurzem einen eigenen Onlineshop auf ihrem Kundenportal gestartet. Außerdem sind die HaGe selbst sowie die Tochterunternehmen Roth Agrarhandel und Busch Agrarhandel jetzt auf der Online-Plattform Agrando aktiv. Die Agrarhändler haben dort die Möglichkeit, Futtermittel, Dünger, Pflanzenschutz oder Saatgut zu verkaufen. 

Agrando sei für die HaGe „eine Angebotserweiterung in der zunehmenden Digitalisierung der Branche", teilte die HaGe auf Anfrage von agrarzeitung.de mit. Die Plattform biete den Kielern außerdem eine Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen. Agrando und HaGe kooperieren zudem. Die Zusammenarbeit umfasst nach Angaben der Kieler unter anderem den „Wissenstransfer zwischen traditionellem Handel und Start-Up" sowie den Aufbau einer Schnittstellentechnologie zur Automatisierung von Prozessen und somit zur Effizienzsteigerung für die gesamte Wertschöpfungskette. Agrando ist ein Start-Up aus Bayern, das im Sommer 2018 online gegangen ist. Auf dem Portal können Landwirte Betriebsmittel nachfragen und Händler entsprechend ihre Angebote einstellen. 

Weitere Strukturveränderungen notwendig

Für die HaGe ist digitaler Kundenservice Teil der konzernweiten Kostensenkungsstrategie „Leading the way 2021“, hinter der sich unter anderem die Ziele Marktführerschaft, Kundenfokus und Kostenführerschaft verbergen. Um diese Ziele zu erreichen, setzt die HaGe auf „weiter notwendige Strukturveränderungen“, organisches Wachstum, strategische Partnerschaften sowie die „zunehmende Digitalisierung unseres Geschäftsmodells.“

Die Effekte der „Einbindung in einen starken internationalen Verbund mit breiter Aufstellung“ seien in einem schwierigen Jahr wie 2018 besonders positiv zu spüren. Dieses Fazit zog HaGe-Vorstand Henrik Madsen auf der Hauptversammlung. Denn die schwächere Entwicklung des Agrargeschäfts sei durch die beiden anderen deutschen Konzerntöchter der dänischen DLG, der Futtermittelhersteller Deutsche Vilomix Tierernährung und das Energieunternehmen team AG, ausgeglichen worden: „Bei einem schwächeren Agrargeschäft haben die Sparten Service & Energie sowie Vitamine & Mineralien sehr gute Ergebnisse erzielt und tragen somit deutlich zum guten DLG Konzernergebnis bei“, betonte Madsen.

Umsatzrendite schrumpft erheblich

Der Umsatz des HaGe-Konzerns blieb mit 2,09 Mrd. € leicht hinter dem Vorjahreswert von 2,15 Mrd. € zurück. Das Konzernergebnis vor Ertragssteuern EBT ging deutlich zurück auf 7,4 (Vorjahr: 26,6) Mio. €. Die Umsatzrendite schrumpfte auf 0,4 (1,2) Prozent, die Eigenkapitalquote stieg leicht auf 51,6 (51,3) Prozent. Gemeinsam steuerten die drei deutschen Tochtergesellschaften HaGe, Vilofloss und team AG 4,2 Mrd. € zum Gesamtumsatz des DLG-Konzerns von 6,6 Mrd. € bei.

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