Finnland ist das Partnerland 2019 auf der Grünen Woche in Berlin. Am Messestand gibt es Rentierkebab.
Messe Berlin
Finnland ist das Partnerland 2019 auf der Grünen Woche in Berlin. Am Messestand gibt es Rentierkebab.

Partnerland Finnland setzt konsequent auf den Megatrend Regionalisierung. Das Bundesagrarministerium zeigt „Ernährung und Landwirtschaft 4.0“.

Von einem neuerlichen Qualitätssprung der Internationalen Grünen Woche (IGW) spricht der Projektmanager der Messe Berlin, Lars Jaeger. „Wir werden mit dem Messeauftritt des diesjährigen Partnerlandes Finnland eine weitere Professionalisierung erleben“, sagte Jaeger im Gespräch mit AGRA-EUROPE im Vorfeld der am Freitag 18. Januar in Berlin startenden IGW. Dazu trage der finnische Zentralverband der landwirtschaftlichen Produzenten und Waldbesitzer mit dem Ausstellungsbeitrag „Aus der Wildnis“ bei. Das Partnerland setze konsequent auf den Megatrend „Regionalisierung“, indem auf "vorbildliche Weise das Zusammenspiel von Lebensmittelerzeugung, Nachhaltigkeit sowie Landschaft und Tourismus demonstriert werde, so Jaeger.

Zwischen Regionalität und High-Tech

Daneben betonte Jaeger den politischen Stellenwert der Internationalen Grünen Woche. Gleich drei Ressorts - das Bundeslandwirtschaftsministerium, das Bundesentwicklungsministerium und das Bundesumweltministerium - präsentieren sich mit eigenen Sonderschauen. Zudem werden erneut rund 70 Landwirtschaftsminister aus aller Welt erwartet. 

Neue Technologien stehen in Berlin im Fokus: Das Agrarressort lädt zur Sonderschau „Ernährung und Landwirtschaft 4.0“ ein und das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) steht in diesem Jahr unter dem Motto „Landwirtschaft digital - Intelligente Lösungen für die Landwirtschaft der Zukunft“. Darüber hinaus bieten 500 Aussteller aus 13 Bundesländern ihre regionalen Spezialitäten an. Nicht dabei sind das Saarland sowie Hamburg und Bremen. Jaeger betonte, dass es nach seinem Verständnis keinen grundsätzlichen Gegensatz zwischen Regionalität und internationalem Handel gebe. „Es geht nicht um Marktabschottung.“ Stattdessen biete Regionalität im erweiterten Sinne vielfältige Möglichkeiten, sich im Markt zu profilieren. Damit trage dieses Konzept auch dem gesellschaftlichen Wunsch nach Individualität Rechnung. Jaeger räumte ein, dass es dabei noch viele offene Fragen gebe, etwa einen möglichen Widerspruch zwischen Regionalität und dem Transport von regionalen Produkten über größere Entfernungen. „Wir werden versuchen, darauf künftig mit den Beteiligten im Rahmen von Fachveranstaltungen auf der Grünen Woche Antworten zu geben.“

Ukraine mit Messestand

Zufrieden zeigte sich der Projektmanager mit der internationalen Beteiligung. Nachdem Russland im vergangenen Jahr nach einiger Zeit der Abwesenheit sein Comeback gefeiert habe, werde
sich das Land 2019 auf einer vergrößerten Fläche präsentieren. Jaeger hob insbesondere das Interesse der russischen Agrar- und Ernährungswirtschaft an der Messe hervor, das von politischer Seite ausdrücklich unterstützt werde. Die Zahl der Länder, die offiziell in Berlin präsent sein werden, steigt von 30 auf 36. Das sind mehr als je zuvor. Dazu zählen unter anderem die Ukraine, die sich in den Vorjahren durch Exporteure hatte vertreten lassen, sowie Tadschikistan und Indonesien. 

Keine Schweine in Berlin

Weiterhin schwierig gestaltet sich nach Jaegers Worten die Präsentation von Tieren auf der Grünen Woche. Während den Verantwortlichen bereits seit Jahren steigende hygienische und veterinärrechtliche Anforderungen für die Haltung von Tieren Kopfzerbrechen bereiten, hat das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Teilen Europas nunmehr dazu geführt, aufgrund des bestehenden Seuchenrisikos in diesem Jahr gänzlich auf Schweine zu verzichten. Auf dem Erlebnisbauernhof in Halle 3.2. soll in diesem Jahr der Austausch zwischen Landwirten und Verbrauchern wieder eine große Rolle spielen. Zu diesem Zweck werden insgesamt 100 Agrarscouts das Gespräch mit den Besuchern suchen.

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