In den europäischen Häfen, wie hier in Brake, ist in den vergangenen Monaten mehr US-Soja umgeschlagen worden als im Vorjahreszeitraum.
Steffen Bach
In den europäischen Häfen, wie hier in Brake, ist in den vergangenen Monaten mehr US-Soja umgeschlagen worden als im Vorjahreszeitraum.

Die europäischen Soja-Importe aus den USA haben sich laut der Baywa AG stark erhöht. In diesem September soll doppelt so viel importiert worden sein wie ein Jahr zuvor.

Der Konfliktkurs von US-Präsident Donald Trump hat deutliche Folgen für den Agrarhandel: Die europäischen Soja-Importe haben sich nach Angaben des Münchner Agrarhändlers Baywa AG in den vergangenen Monaten in etwa verdoppelt. Die Warenströme hätten sich wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China verändert, sagte eine Sprecherin des Unternehmens der Deutschen Presse-Agentur. Demnach bezog die EU im vergangenen September über 70 Prozent der Sojaimporte aus den USA, mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.

Die Baywa ist nach eigenen Angaben weltgrößter Händler von Sojaschrot. Nachdem Trump Strafzölle auf zahlreiche chinesische Importe verhängte, hatten die Chinesen im Gegenzug den Import von US-Soja eingestellt. Die Chinesen deckten sich stattdessen vor allem in Südamerika mit diesem Eiweißfutter ein. Die US-Sojabauern hatten mit Preisverfall zu kämpfen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wiederum versprach Trump im Juli eine Erhöhung der EU-Sojaimporte aus den USA. Nach den Daten der EU-Kommission importierten die Europäer von Juli bis November 3,7 Mio. t Soja aus den USA. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 1,8 Mio. t.

Derzeit gilt ein 90-tägiger "Waffenstillstand" im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit, die Chinesen haben mittlerweile auch wieder US-Soja geordert. "Fangen die Chinesen nun an, wieder verstärkt US-Sojabohnen zu importieren, macht dies südamerikanisches Soja preislich wieder interessanter für die EU", sagte die Baywa-Sprecherin. "Die Soja-Warenströme, die sich aufgrund des Handelskonflikts zwischen USA und China verändert haben, würden sich ein Stück normalisieren."


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