Infrastruktur

Neues Getreideterminal in Russland geplant

Das russische Transportunternehmen, das bislang auf die Schiene spezialisiert ist, plant den Bau eines Hafenterminals.
Foto:Novotrans
Das russische Transportunternehmen, das bislang auf die Schiene spezialisiert ist, plant den Bau eines Hafenterminals.

Soll russisches Getreide über die Ostsee exportiert werden, ist das Land auf baltische Häfen angewiesen. Mit „Lugaport" will sich Russland unabhängig machen.

 

Die Novotrans-Gruppe, die sich selbst als einen der größten russischen Anbieter von Bahnfrachten bezeichnet, plant ein Getreideterminal im Hafen von Ust-Luga. Der Ort befindet sich im äußersten Nordwesten Russlands an der Grenze zu Estland. Namensgebend ist der Fluss Luga, der dort in die Ostsee mündet. Bisher ist Russland für Exportlieferungen nach Europa auf die baltischen Häfen angewiesen. Dieser Umweg soll überflüssig werden, wenn im Tiefseehafen von Ust-Luga das Getreideterminal fertiggestellt ist.

Umschlag bis zu 6 Mio. t Getreide

Die erste Projektphase von „Lugaport" erstreckt sich über die kommenden drei bis vier Jahre. Nach den im Internet veröffentlichten Informationen von Novotrans sind bis dann Umschlagkapazitäten für bis zu 6 Mio. t Getreide und Lagerkapazitäten für rund 300.000 t geplant. Eine zweite Ausbaustufe soll den Export verarbeiteter Nahrungsmitteln, die dritte Ausbaustufe den Umschlag von Stückgut und Massengütern wie etwa Eisenerze erlauben. Das gesamte Terminal ist so ausgelegt, dass es täglich die Fracht von bis zu 1.100 Eisenbahnwaggons aufnehmen kann.

Russland hat seine Exporte in den vergangenen Jahren erheblich gesteigert und wird in dieser Saison voraussichtlich 45 bis 47 Mio. t Getreide, darunter etwa 35 Mio. Weizen, im Ausland verkaufen. Die Hafeninfrastruktur hält jedoch damit nicht Schritt. Gerade im Nordwesten gibt es nach Informationen von Novotrans kein einziges spezialisiertes Getreideterminal. Grund sei, so das Unternehmen, dass seit Sowjetzeiten die Verschiffungen über die Häfen in Lettland, Litauen und Estland stattfinden. Doch das soll sich jetzt ändern. „Das neue Terminal wird den kürzesten Weg nach Europa für russische Agrarprodukte eröffnen", erklärt Novotrans-Chef Konstantin Gonscharow.

Investitionen an allen russischen Häfen geplant

Die Investition passt zur Strategie von Russlands Agrarminister Alexander Tkatschow, der 2017 ankündigte, bis zum Jahr 2020 die Getreideterminals in den Häfen des Fernen Ostens, am Asowschen Meer, am Schwarzen Meer und an der Ostsee kräftig ausbauen zu wollen. Tkatschow sieht Bedarf für Umschlagkapazitäten von 44 bis 54 Mio. t Getreide. Zum Teil handelt es sich um Modernisierungsvorhaben.

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