Nachdem der amerikanische Wasde-Report über drei Wochen hinweg ausblieb, halten viele Händler am Markt still. Der International Grain Council (IGC) prognostiziert die geringste globale Getreideproduktion seit drei Jahren.

Fehlende Marktdaten aus den USA wegen des Shutdowns ließen an den internationalen Getreidemärkten in den letzten Wochen wenig Dynamik aufkommen. Die Weizennotierungen an den Terminbörsen bewegten sich in einem historisch engen Band nahe dem Durchschnitt der vergangenen 50 Tage, weil Marktteilnehmer sich laut des Nachrichtenportals aiz.info nicht trauten, frische Positionen zu beziehen. Stützend auf den Weizen wirkten erste Anzeichen, dass sich die Exporte Russlands zu verlangsamen beginnen und ein Anziehen der Exportpreise russischen Weizens. Auch die Ukraine machte Exporteure aufmerksam, die "freiwillig" vereinbarten Ausfuhrmengen seien beinahe ausgeschöpft. Dennoch scheiterte der März-Weizenkontrakt wiederholt an der Überwindung von Widerstandslinien bei 207 Euro/t und bewegte sich Freitagmittag bei 205,25 Euro/t.
In Europa stehen die Maispreise unter dem Druck von Billiglieferungen aus der Ukraine. Allerdings scheint die EU die ukrainischen Maislager auch schon fast leergekauft zu haben und zogen deren Preise jüngst an.

IGC: 2018/19 engste weltweite Getreidebilanz seit 2014/15

Der Internationale Getreiderat IGC mit Sitz in London setzt in seinem ersten Grain Market Report (GMR) 2019 die gesamte globale Getreideproduktion 2018/19 gegenüber dem letzten Report im November 2018 um 10 Mio. t auf 2.089 Mio. t hinauf, sie bleibt aber die kleinste seit drei Jahren. Infolge geringer angesetzter Anfangsbestände und leicht nach oben revidierten Verbrauchs fallen die Endlager nur 5 Mio. t größer aus als zuletzt angenommen und entsprechen ebenfalls einem Dreijahres-Tief. Dabei geht die Weizenerzeugung der Welt in der laufenden Saison erstmalig seit sechs Jahren zurück (-30 Mio. t) und fällt der Gerstenoutput auf den tiefsten Stand seit 2012/13. Nur die Maisernte fällt 2018/19 um 29 Mio. t größer als im Vorjahr aus. Mit steigendem Verbrauch (+1,5 Prozent) und dem geringeren Angebot schmelzen die globalen Getreidebestände um 48 Mio. t und sackt deren Anteil am Verbrauch auf 26,5 Prozent ab. Das ist die engste Bilanz seit 2014/15.

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