Internationaler Agrarhandel

Gerüchteküche zu ADM und Bunge brodelt


Weit fortgeschritten sein sollen die Übernahmegespräche zwischen ADM und Bunge, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg.
Foto: az-Archiv
Weit fortgeschritten sein sollen die Übernahmegespräche zwischen ADM und Bunge, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

ADM legt im internationalen Geschäft zu. Auf größeres Interesse als die Jahresbilanz stoßen allerdings aktuelle Gerüchte zum Kauf des Konkurrenten Bunge.

Archer Daniels Midland (ADM) hat 2017 einen Umsatz von rund 61 Mrd. US-$ erzielt und damit das Vorjahresniveau um 2,5 Prozent verfehlt. Das operative Ergebnis ist um 6,2 Prozent auf gut 2,5 Mrd. US-$ zurückgegangen. Wegen einer einmaligen Steuerbelastung im Vorjahr weist ADM 2017 jedoch einen höheren Nettogewinn aus. Unter dem Strich bleiben 1,6 Mrd. US-$ und damit 24 Prozent mehr als im Vorjahr.

Ethanolwerke bringen mehr als die Ölmühlen

Vor allem mit dem 4. Quartal zeigt sich ADM-Chef Juan Luciano nach einem schwierigen Jahr 2017 zufrieden. Es sei gelungen, die Kosten unter Kontrolle zu halten. Für 2018 hofft er, dass sich der Aufschwung aus den vergangenen drei Monaten fortsetzt. Operativ berichtet er vor allem von einer Erholung im Handel. Schwächen im US-Exportgeschäft seien durch ein besseres Abschneiden im globalen Handel kompensiert worden. Einträglicher waren die Margen auch in der Maisverarbeitung zu Süßstoffen, wogegen die Schlaglöhne der Ölmühlen durchweg enttäuschten. Schwierig war für ADM auch das Biodieselgeschäft.

Gerüchte um Großübernahme halten an

Anhaltende Gerüchte gibt es zu einer möglichen Übernahme von Bunge durch ADM. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet in dieser Woche von weit fortgeschrittenen Gesprächen. Doch auch andere Konstellationen sind denkbar, so hatte Glencore im Sommer 2017 ebenfalls Interesse signalisiert. Die Konzerne zählen zur ABCDG-Gruppe (ADM, Bunge, Cargill, Dreyfus, Glencore), die international mit Agrarrohstoffen handeln und sie zum Teil verarbeiten.

Bunge kämpft gegen schwache Ergebnisse

Bunge wird seinen Abschluss 2017 in einer Woche präsentieren. Im Vorjahr hatte der Konzern einen Umsatz von 43 Mrd. US-$ und ein operatives Ergebnis (Ebit) von knapp 1,0 Mrd. US-$ erzielt. Bis zum 3. Quartal 2017 lag der Bunge-Umsatz zwar um 11 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, das Ebit war jedoch auf die Hälfe des Vorjahreswertes gesunken. Bunge hat wegen der schwachen operativen Ergebnisse bereits im Juli 2017 ein Programm aufgelegt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Bis Ende 2019 sollen 250 Mio. US-$ Fixkosten eingespart werden.

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