Internationaler Rapskongress Berlin 2019

Mehr Rapsprotein auf den Teller


Impressionen vom Rapskongress
Foto: da
Impressionen vom Rapskongress

Raps ist ein Alleskönner für die menschliche Ernährung, Biosprit und Tierfutter. Doch die Probleme zum Pflanzenschutz und Resistenzen sind international und teilweise hausgemacht.

850 Teilnehmer auf dem Internationalen Rapskongress IRC in Berlin diskutierten in den vergangenen vier Tagen intensiv über Raps zur Genetik, Züchtung, Anbau, Pflanzenschutz, Analytik sowie zur Verwertung von Rapsöl und Futtermitteln in Plenarvorträgen und Arbeitsgruppen. „Der Rapsanbau steht weltweit vor großen Herausforderungen. So waren es insbesondere die Arbeiten, die sich mit der Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen durch optimierte Anbautechniken, Pflanzenschutz und Resistenzzüchtung befassten, die große Aufmerksamkeit auf dem Rapskongress erzeugten", sagte Wolfgang Friedt, Präsident der Internationalen Rapsorganisation GCIRC.

Als zweiten Schwerpunkt sieht er die Beschleunigung der Sortenzüchtung durch systematische Nutzung von genetischer Variabilität, Genomforschung und neuen Züchtungstechniken, die politisch aktuell in Europa einen sehr schweren Stand haben. Drittens wurde intensiv über zukünftige Marktperspektiven von Pflanzenölen und Rapsprotein als Futtermittel gesprochen sowie über die aktuellen Perspektiven von Rapsprotein in der Humanernährung. Und mit Blick auf die Entwicklung des weltweiten Klimas gehörten natürlich auch neue pflanzenbauliche Erkenntnisse zur Stresstoleranz gegenüber Trockenheit und Hitze zu den wichtigsten Themen des IRC 2019.“

 „Ich bin mir sicher, dass wir mit dem IRC 2019 viele positive Entwicklungen angestoßen haben, mit denen die Rapszüchtung optimiert wird und die den Rapsanbau effizienter gestalten werden. Das ist auch notwendig, denn gegenwärtig spiegelt die Anbaufläche nicht im Geringsten das Anbaupotenzial dieser bedeutenden Kultur wider“, sagte Dr. Martin Frauen (NPZ). Für ihn ist der Kongress ein wichtiger Impulsgeber für die Entwicklung des Rapsanbaus weltweit.

Wiedersehen in Sydney
Für rund 150 Teilnehmer des IRC 2019 war der Kongress am 19. Juni noch nicht beendet. Sie begaben sich, organisiert von der Ufop, auf zweitägige Exkursionen zu bedeutenden Institutionen und Unternehmen im Zusammenhang mit der Züchtung und dem Anbau von Raps in Deutschland. So wurden unter anderem das JKI in Quedlinburg, der Versuchsbetrieb der Universität Gießen in Rauischholzhausen sowie Betriebe mehrerer Züchterhäuser besucht. „Wir sind überzeugt davon, dass die Teilnehmer mit vielen neuen Eindrücken und interessanten Erkenntnissen nach Hause reisen werden“, so der Cheforganisator des IRC 2019, Prof. Friedt, der im Rahmen der Abschlusszeremonie den Staffelstab an den Australier Rob Wilson übergab, der als zukünftiger GCIRC-Präsident die Kongressteilnehmer zum nächsten Internationalen Rapskongress einlud, der 2023 in Sydney stattfinden wird.
„Die wissenschaftlichen Beiträge im Rahmen des Kongresses haben ganz sicher auch eine Wirkung in Richtung Politik“, so Ufop-Geschäftsführer Stephan Arens. „Wir werden die Ergebnisse des IRC 2019 für die Gespräche mit der Politik in Berlin und in Brüssel nutzen können. Es ist ein sehr positives Signal, wenn sich über 850 internationale Experten zusammenfinden, um zukünftige Herausforderungen und wissensbasierte Lösungsansätze für den Rapsanbau vorzustellen und zu diskutieren“, so Arens.

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