Interview

KWS rechnet mit Öko-Wachstum

Nach Ansicht von Felix Büchting profitieren konventionelle Landwirte von der Öko-Züchtung. Sein Unternehmen will Saatgut für alle Wirtschaftsweisen bieten, sagt das KWS-Vorstandsmitglied.

Dr. Felix Büchting gehört seit diesem Jahr zum Vorstand der KWS Saat AG. Der Sohn des Aufsichtsratsvorsitzenden und früheren Vorstandsmitglieds Andreas J. Büchting möchte den Charakter des familiengeführten Unternehmens auch im Vorstand wieder deutlich sichtbar machen, sagt er im Interview mit der agrarzeitung (az). Außerdem ist Felix Büchting im Vorstand für die Öko-Züchtung zuständig, für die er sich – auch befördert durch den politischen Rückenwind – Wachstum verspricht.

Seit 2002 gehört das Klostergut Wiebrechtshausen in Northeim zu KWS.
Foto: KWS
Seit 2002 gehört das Klostergut Wiebrechtshausen in Northeim zu KWS.
KWS engagiert sich seit 2002 als Anbieter von Öko-Saatgut. Um geeignete Sorten zu finden, werden sie im unternehmensgeführten Klostergut Wiebrechtshausen selektiert und vermehrt. „Wir haben zwar kein dezidiertes Öko-Zuchtprogramm. Das brauchen wir aber auch gar nicht“, betont Büchting. Denn viele Aspekte seien in der konventionellen und der ökologischen Züchtung identisch – wie Ertragsstabilität, Backqualität bei Weizen oder umfangreiche Krankheitsresistenzen. Die Eigenschaften, die für die ökologische Wirtschaftsweise eine wesentliche Rolle spielen, ließen sich in der späteren Selektion identifizieren.


„Wir wollen niemanden bekehren“, sagt Dr. Felix Büchting.
Foto: KWS
„Wir wollen niemanden bekehren“, sagt Dr. Felix Büchting.
Vereinbaren mit der Öko-Züchtung lässt sich nach Büchtings Aussage auch das Engagement der KWS mit gentechnisch veränderten Sorten in Nordamerika. „Wir wollen niemanden bekehren, nicht pro und nicht kontra Gentechnik“, so das Vorstandsmitglied. Das Gleiche gelte für den Austausch mit Ökoverbänden. „Ich persönlich bin überzeugt davon, dass die konventionelle Landwirtschaft viel von der Ökolandwirtschaft lernen kann“, sagt Büchting. Er rechnet damit, dass aus der Ökobranche auch verstärkt Innovationen kommen werden. Das gelte vor allem für Technologien, die auch konventionelle Landwirte nutzen können, um den chemischen Pflanzenschutz weitgehend zurückzufahren.

Das vollständige Interview mit Dr. Felix Büchting lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der agrarzeitung (az) am 10. Mai. 2019.

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