Interview

"Überkapazitäten bleiben Hauptproblem"

Im Mai 2020 soll in Krefeld das erste Mühlensystem den Betrieb aufnehmen.
Fotos: Goodmills
Im Mai 2020 soll in Krefeld das erste Mühlensystem den Betrieb aufnehmen.

Seit Kurzem ist Christoph Klöpper neuer Geschäftsführer der größten Mühlengruppe hierzulande. Er erläutert künftige Herausforderungen und skizziert, was der Branche aktuell Kopfzerbrechen bereitet.

agrarzeitung: In welcher wirtschaftlichen Verfassung haben Sie Goodmills Deutschland übernommen?

Christoph Klöpper: Gunnar Steffek hat mir ein gut bestelltes Unternehmen übergeben. Die von ihm in den vergangenen Jahren eingeleiteten Maßnahmen haben zu einer kontinuierlich positiven operativen Ergebnisentwicklung geführt. Heute stehen die deutschen Geschäftseinheiten für fast 50 Prozent des Umsatzes und Ertrags der internationalen Goodmills Group. Und jede dieser Einheiten ist im Markt bestens aufgestellt. Mit unserem insgesamt rund 130 Millionen Euro starken Investitionsprogramm – davon alleine etwa 100 Millionen Euro nur im Bereich der Mühlen – werden wir in den kommenden Jahren diese sehr gute Marktposition weiter ausbauen.


‚Neue Besen kehren gut‘ – Was werden Sie in Hamburg anders machen als Ihr Vorgänger Gunnar Steffek?


Na ja, so neu ist der Besen gar nicht mehr. Ich bin schließlich seit über vier Jahren im Unternehmen und war bisher verantwortlich für die Region Süd, das heißt für die Standorte Ergolding sowie Mannheim und damit für die Sparte Durum. Da wir als mittelständisches Unternehmen flache Hierarchien haben und auf der Managementebene als gutes Team agieren, habe ich sämtliche Entscheidungen der zurückliegenden Jahre in vollem Umfang mitgetragen. Meine Herausforderung wird es sein, die gute Entwicklung fortzuschreiben und das Unternehmen auf die sich immer schneller verändernden Markterfordernisse erfolgreich auszurichten.
Stabwechsel in Hamburg
Christoph Klöpper wurde Anfang Oktober zum Sprecher der Geschäftsführung der Goodmills Deutschland mit Sitz in Hamburg berufen. Der 43-Jährige ist seit 2015 Mitglied der Geschäftsführung der deutschen Mühlengruppe und war bisher zuständig für die Region Süd und die Sparte Durum. Er folgt auf Gunnar Steffek (53), der diese Funktion seit 2010 innehatte und seit 2018 Geschäftsführer der Muttergesellschaft in Wien ist. Vor seinem Einstieg bei Goodmills hatte Klöpper bereits mehrere Führungspositionen bei namhaften Unternehmen der Mühlenwirtschaft und in der Lebensmittelindustrie bekleidet. In seiner neuen Funktion wird er die Verantwortung für die gesamte Mühlensparte mit ihren sieben Mühlenstandorten übernehmen und zusätzlich die Segmente Unternehmensentwicklung und Marketing leiten.

Mit welchen Problemen haben die Müller hierzulande derzeit vor allem zu kämpfen?

Niedrige Margen und nach wie vor bestehende Überkapazitäten sind und bleiben das Hauptproblem der Mühlenbranche. Dazu kommen deutliche Veränderungen auf der Abnehmerseite – Stichwort Bäckersterben – und sich verändernde Ernährungsgewohnheiten mit daraus resultierenden neuen, spezifischeren Anforderungen an unsere Produkte. Unsere Antwort darauf ist eine Kombination aus konsequentem Kostenmanagement auf der einen und regelmäßige Investitionen in Technik, Produktqualität und Produktsicherheit sowie in unsere Innovationsfähigkeit auf der anderen Seite.

Christoph Klöpper
Bild: Unternehmen
Christoph Klöpper


Kürzlich hat der Konzern das Aus für den Standort in Jarmen verkündet. Werden weitere Schließungen in der Firmengruppe folgen müssen?

Unsere Zielsetzung ist, mit Goodmills Deutschland nachhaltig erfolgreich im Markt zu wachsen.


Dies ist die gekürzte Version eines Artikels aus der Agrarzeitung 44/2019, Seite 6. Wenn Sie den gesamten Text lesen möchten, können Sie ein vierwöchiges kostenloses Probeabo für die Agrarzeitung und agrarzeitung.de abschließen. Abonnenten finden den kompletten Artikel hier: Jetzt im E-Paper lesen  

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