Investition

Verbio kauft in den USA zu

Die US-Tochter des Leipziger Biokraftstoffherstellers engagiert sich im amerikanischen Markt für Biokraftstoffe auf Strohbasis. Hier sieht Verbio für die Zukunft bessere Absatzchancen als in Europa.

Die Verbio North America Corporation, eine 51-prozentige Tochtergesellschaft der Verbio Vereinigte Bioenergie AG, plant den Kauf einer Zellulose-Ethanolanlage in Nevada im US-Bundesstaat Iowa. Ein entsprechender Vertrag mit dem bisherigen Besitzer DuPont ist nach Aussage des Leipziger Unternehmens unterschrieben. Zusätzlich zur Anlage will Verbio 100.000 t Maisstroh erwerben, das sich in verschiedenen Lagerstätten im Umkreis von 50 Kilometern um die Anlage befindet. Die Ethanolanlage hat eine jährliche Kapazität zur Verarbeitung von 300.000 t Maisstroh zu rund 115.000 Kubikmeter Ethanol. Die Akquisition steht noch unter dem Vorbehalt diverser von den Vertragsparteien zu erfüllender Bedingungen und soll nach Aussage von Verbio bis Ende 2018 abgeschlossen sein.

Verbio plant in einer ersten Phase, die Anlage um eine Stroh-Biomethan-Anlage mit einer thermischen Leistung von zirka 20 Megawatt zu ergänzen. Die Investitionskosten unter Berücksichtigung der vorhandenen Infrastruktur und nutzbaren Anlagenkomponenten belaufen sich voraussichtlich auf 25 bis 35 Mio. US-$.

Strategische Ausrichtung außerhalb Europas

Mit dieser Transaktion tritt Verbio erstmals auf dem US-Biokraftstoffmarkt an und bringt darüber hinaus seine Stroh-Biomethan-Technologie erstmalig außerhalb Europas ein. Der Vorstand hatte bereits bei der Hauptversammlung im Februar angekündigt, nicht mehr in Europa zu investieren und stattdessen zukunftsträchtige Auslandsmärkte anzusteuern. Als Grund für den Rückzug im Heimatmarkt nannte Verbio-Vorstandschef Claus Sauter damals die mangelnde politische Unterstützung für Biokraftstoffe in Deutschland und Europa.

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