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Handel vereinheitlicht Tierwohl-Kennzeichnung


Die Initiative Tierwohl will mit einem Dach-Label für mehr Klarheit bei den verschiedenen Tierwohlprogrammen sorgen.
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Die Initiative Tierwohl will mit einem Dach-Label für mehr Klarheit bei den verschiedenen Tierwohlprogrammen sorgen.

Die Labelflut zu überblicken, die sich mit Tierwohl und der Situation im Stall beschäftigt, ist nicht leicht. Der Lebensmitteleinzelhandel will nun alle Siegel einem einzigen System zusammenfassen.

Ab 1. April wird die Kennzeichnung von Tierwohl-Produkten im Lebensmitteleinzelhandel schrittweise vereinheitlicht. Das System "Haltungsform" gilt dann in allen in der Initiative Tierwohl (ITW) organisierten Supermarkt- und Discountketten. Vorbei sind dann die Zeiten verschiedener paralleler Systeme. Das geht aus einer aktuellen Pressemeldung der Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung hervor. Sie übernimmt die Organisation des neuen Siegels und ist zugleich Träger der Initiative Tierwohl.

  • Die erste Stufe steht für "Stallhaltung" und die Einhaltung des gesetzlichen bzw. QS-Standards.
  • Die zweite Stufe "Stallhaltung plus" bietet den Tieren höhere Tierwohlstandards, beispielsweise mindestens 10 Prozent mehr Platz und zusätzliches Beschäftigungsmaterial.
  • Stufe 3 kennzeichnet "Außenklima". Diese Stufe fordert nochmals mehr Platz und Zugang zu Frischluft.
  • Die vierte Stufe nennt sich "Premium". Hier haben die Tiere deutlich mehr Platz und Auslaufmöglichkeiten. Hierin wird dann auch Bio-Fleisch eingeordnet.

Zu sehen sein wird das neue Siegel, das eine Reihe anderer ablöst, in den Märkten von Aldi Nord und Süd, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe. Die Kennzeichnung steht nach Auskunft der ITW aber auch weiteren Unternehmen offen. 

Vereinbar mit staatlichem Tierwohlsiegel

Das neue System besteht demnach aus vier Stufen und ordnet die bestehenden Qualitäts, Tierwohl- und Biosiegel hierin ein. Grundsätzlich sei die neue Kennzeichnung mit dem staatlichen Tierwohlkennzeichen des BMEL vereinbar, heißt es. Das Bundeslandwirtschaftsministerium begrüßte postwendend die Initiative des Handels. Gleichzeitig beeilte sich das BMEL aber zu betonen, dass das staatliche Tierwohlkennzeichen über eine reine Haltungskennzeichnung hinausgeht. Bei der staatlichen Variante werde die gesamte Lebensspanne des Tiers in den Blick genommen – von der Geburt bis zur Schlachtung – und nicht nur das Platzangebot und gegebenenfalls der Bewegungsradius wie bei einer Haltungskennzeichnung.

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