Jahresabschluss

Cargill floriert und fürchtet Trump


Als größter Agrarhändler profitiert Cargill vom Wachstum der globalen Getreide- und Fleischnachfrage. Die Gewinne sprudeln. Doch Trump bereitet Sorgen.

 

Die Cargill Inc. hat im Geschäftsjahr 2018 (Juni 2017 bis Mai 2018) einen Umsatz von rund 115 Mrd. US-$ erzielt. Er war um 5 Prozent höher als 2017. Außerdem hat Cargill sehr gut verdient. Als operativen Gewinn weist Cargill 2018 einen Anstieg gegenüber dem bereits sehr profitablen Vorjahr um 6 Prozent auf 3,2 Mrd. US-$ aus. Unter dem Strich bleiben 2018 als Nettogewinn 3,1 Mrd. US-$. Er ist im Vergleich zum Vorjahr um weitere 9 Prozent gestiegen. Besonders ertragreich war das letzte Quartal, also der Zeitraum März bis Mai 2018.

Entsprechend stolz kommentierte Cargill-Chef David MacLennan am Donnerstag die Zahlen. „Cargill hat die Nahrung schon immer dorthin gebracht, wo sie gebraucht wird“, nannte er das nur scheinbar simple Erfolgsrezept. Erforderlich dafür sei ein ungehinderter Welthandel.

„Nahrung muss sich frei bewegen können.“
Cargill-Chef David MacLennan, 

MacLennan hat sich schon mehrfach besorgt über den protektionistischen Kurs von US-Präsident Donald Trump geäußert. Um für den Abbau von Handelshemmnissen zu werben, hat Cargill eine eigene Website geschaffen.
Werbung für freien Agrarhandel

Cargill als größter globaler Agrarhandelskonzern will Sympathien für einen freien Welthandel gewinnen. Dazu hat das Unternehmen eine eigene Website mit dem Titel FedByTrade geschaffen. Aktuelle Einträge behandeln den Agrarhandel zwischen China und den USA oder die Bedeutung des nordamerikanischen Freihandelsabkommen (Nafta).

Wachstumstreiber ist bei Cargill das Tiernahrungsgeschäft sowie die integrierte Fleischproduktion des Konzerns. Besonders profitabel waren im zurückliegenden Geschäftsjahr für Cargill die Rindfleischexporte. Außerdem nennt das Unternehmen eine lebhafte Nachfrage nach Futterzusätzen, Mikronährstoffen und Premixen. Zukunftschancen verspricht sich das Unternehmen außerdem in den alternativen Futterzusätzen. So hat Cargill vor kurzem den US-Spezialanbieter Diamond V gekauft. Außerdem hat der US-Konzern in eine strategische Partnerschaft mit dem österreichischen Unternehmen Delacon investiert, das sich selbst als „Pionier und Marktführer von phytogenen Futtermittelzusatzstoffen“ einordnet. Auch mit Lebensmittelzusatzstoffen baut Cargill seine Aktivitäten aus. Als zukunftsträchtig gelten etwa pflanzenbasierte Proteine oder kalorienarme Süßstoffe.

Preisanstieg lässt Gewinne sprudeln

Mit der Erfasssung und dem Handel von Getreide und Ölsaaten zeigt sich Cargill ebenfalls sehr zufrieden. Im gesamten Wirtschaftsjahr hat der Konzern von hohen Vermarktungsmengen profitiert. In den Monaten März bis Mai 2018 sind dann auch noch im Zuge der allmählich steigenden Weltmarktpreise die Gewinnmargen nach oben gegangen. Unterdessen hat Cargill beständig in die Verarbeitung der Agrarrohstoffe investiert, unter anderem in eine neue Biodieselfabrik im US-Bundesstaat Kansas und in Modernisierungen der Ölmühlen in Brasilien und den USA. Um den steigenden Bedarf an Sojaschrot und Sojaöl in Ägypten zu decken, ist Cargill außerdem ein Joint Venture mit Archer Daniels Midlands (ADM) eingegangen.
Cargill in Deutschland

Cargill ist seit 1955 in Deutschland aktiv. Neben dem Lebensmittelzutatengeschäft gehören die Ölmühlen Riesa und Salzgitter, das Biodieselwerk in Frankfurt-Höchst, die Mälzerei Salzgitter, die Stärkefabriken Barby und Krefeld sowie das Alkoholwerk in Barby zum Konzern.

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