Jahrhundertdürre

Australische Farmer verzweifeln


Fast der gesamte Kontinent leidet seit Monaten unter der Trockenheit.
BOM
Fast der gesamte Kontinent leidet seit Monaten unter der Trockenheit.

Mitten im Winter wird Australien von einer schweren Dürre heimgesucht. Viehhalter können ihre Tiere nicht ernähren. Getreidefarmer fürchten die zweite Missernte in Folge.

Australien leidet unter der schwersten Dürre seit mehr als 100 Jahren. Derzeit erlebe das Land den trockensten Herbst seit 1902, teilte das Australian Bureau of Meteorology (BoM) mit. Für die Zeit von 1. April bis zum 6. August wurde für weite Teile des Landes ein Niederschlagsdefizit von mehr als 80 Prozent gemessen (siehe Karte). Die Trockenheit ist mit überdurchschnittlichen Temperaturen verbunden. So wurden im Juli in Sydney durchschnittlich 19,8 Grad Celsius gemessen, 3,4 Grad mehr als üblich. Mit der aktuellen Wetterlage steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich in den kommenden Monaten der El-Nino-Effekt einstellt. Dies würde Australien einen heißen und trockenen Sommer bringen und die Dürre verlängern.

Futter wird über riesige Entfernungen transportiert

Der Bundesstaat New South Wales, der ein Viertel der australischen Agrarproduktion erzeugt, hat wegen der Dürre den notleidenden Farmern Hilfszahlungen in Höhe von 1 Mrd. Aus-$ zugesagt. Im Juli fielen in weiten Teilen des Bundesstaates weniger als 10 mm Regen. Viehhalter müssen Futter in anderen Teilen Australiens einkaufen, um ihre Tiere ernähren zu können. Per Bahn, LKW oder Schiff wird das Futter zum Teil über 1.500 km zu den bedürftigen Farmen transportiert. Die Preise für Heu und Gerste sind in die Höhe geschossen.

Milch- und Rindfleischproduktion wird sinken

Die Zahl der Rinderschlachtungen ist im Juni deutlich gestiegen, und auch Schafhalter müssen ihre Herden abstocken. Die Schlachtung von Kühen wird sich auf die australische Milch- und Rindfleischproduktion auswirken. Beobachter gehen davon aus, dass die australische Rinderherde auf einen historischen Tiefststand schrumpfen könnte und es lange dauern wird, bis sich die Bestände wieder erholen, da auch viele weibliche Zuchttiere geschlachtet werden müssen.

Auch dem Getreide fehlt das Wasser

Die Getreideproduzenten werden die zweite Missernte in Folge einfahren. Die letzte Ernte fiel mit 21,3 Mio. t bereits unterdurchschnittlich aus. Im Juli-Wasde hatte das USDA die Prognose für die neue Ernte um 2 auf 22 Mio. t reduziert. Im neuen Wasde, der am Freitag erscheint, wird mit einer weiteren Kürzung gerechnet.

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