ADM und Cargill

Schwergewichte planen Joint-Venture in Ägypten


Foto: lucky-pixel/Pixelio

Den wachsenden Markt für Sojaschrot und Sojaöl in Ägypten wollen die beiden Agrarhandels-Giganten künftig gemeinsam bedienen. Die Konzerne teilen vorsorglich mit, dass sie ansonsten eigenständig in Nordafrika ihren jeweiligen Geschäften nachgehen werden.

Archer Daniels Midland (ADM) und Cargill wollen gemeinsam den ägyptischen Markt für Sojaschrot und Sojaöl bedienen. Dazu planen sie, den Standort für die Sojabohnenverarbeitung der Ölmühle „National Vegetable Oil Company“ (NVOC) im ägyptischen Borg El-Arab nahe Alexandria gemeinsam zu betreiben, teilten beide Agrarkonzerne am Montag mit. Neben der Sojaverarbeitung soll auch der Handel mit Sojabohnen Bestandteil der Kooperation sein. Die Handelsaktivitäten würden ihren Sitz in der Schweiz haben, so Cargill und ADM. Die Konzerne hoffen, die Transaktion Mitte des laufenden Jahres über die Bühne zu bringen. Dazu müssen allerdings erst die zuständigen Regulierungsbehörden zustimmen.

Beide Unternehmen gaben an, das geplante Joint-Venture sei Teil ihrer Strategie, ihre Präsenz in der bedeutsamen Region Nordafrika auszubauen. Das Nachfragewachstum bei Sojaschrot und Sojaöl in Ägypten sei weltweit einzigartig, sagte John Grossman, der bei ADM für die Ölsaatenverarbeitung in der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) zuständig ist.  ADM und Cargill würden ihre „operativen Kompetenzen und ihre Schlagkraft in der Vermarktung bündeln“, um den wachsenden Markt in der Region zu bedienen, fügte Roger Janson, der für Cargill die Ölsaatenverarbeitung in der Region EMEA verantwortet, hinzu.

Crush wird verdoppelt

Derzeit gehört NVOC mehrheitlich Cargill. Das Unternehmen baut den Standort in Borg Al-Arab gerade aus, um die Kapazitäten für den Soja-Crush von 3.000 t auf 6.000 t am Tag zu verdoppeln. Nach dem Ausbau soll der Standort Sojaschrot mit höherem Proteingehalt bereitstellen und gleichzeitig die Notwendigkeit verringern, Sojaschrot nach Ägypten zu importieren, gaben die internationalen Agrarkonzerne an.

Das geplante Gemeinschaftsunternehmen soll ADM und Cargill zu jeweils 50 Prozent gehören. Geleitet werden soll das Joint-Venture von einer paritätisch besetzten Geschäftsführung. Der Getreide-Standort und das Hafenterminal von Cargill in El Dekheila seien nicht Teil der Zusammenarbeit, betonten die Unternehmen. Auch das Gemeinschaftsunternehmen von ADM und Medsofts am Hafen von Alexandria sei von der nun geplanten Zusammenarbeit unberührt. Beide Unternehmen würden ihre sonstigen Aktivitäten in der Region als eigenständige Konzerne weiterbetreiben, heißt es weiter.

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