Start-ups

Geld einsammeln wie in Übersee


Vernetzt ist die digitale Welt, aus der viele Agri-Start-ups der jüngsten Zeit entstammen bereits im www. Jetzt wollen die jungen Gründer aus der Land- und Ernährungswirtschaft der analogen Vernetzung mit einem neuen Verband Vorschub leisten.
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Vernetzt ist die digitale Welt, aus der viele Agri-Start-ups der jüngsten Zeit entstammen bereits im www. Jetzt wollen die jungen Gründer aus der Land- und Ernährungswirtschaft der analogen Vernetzung mit einem neuen Verband Vorschub leisten.

In der Szene für Agrar-Start-ups hat sich ein neuer Verband für innovative Unternehmen entlang der Lebensmittelkette gegründet. Seine Ziele: Technische Hürden abbauen, Perspektiven für neue Geschäftsmodelle aufzeigen - sowie mutige und solvente Investoren finden.

Start-Ups in der Agrarwirtschaft sind in den vergangenen zwei bis drei Jahren förmlich wie Pilze aus dem Boden geschossen. Am heutigen Donnerstag haben sich junge Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Gründerszene zu einer eigenen Interessenvereinigung zusammengeschlossen, der "German Agri Food Society" („Deutsche Gesellschaft für innovative und zukunftsorientierte Land- und Ernährungswirtschaft“). Hinter dem Verein stehen rund 20 Firmen und Förderer. Vorstandssprecher des Vereins sind Dr. Julia Köhn und Dominik Ewald. Köhn ist geschäftsführende Gesellschafterin der Pielers GmbH, einer digitalen Direktvermarktungsplattform für Lebensmittel. Ewald ist Mitbegründer des Start-ups „Monitor Fish“ ins Leben gerufen. Dahinter steht eine App mit einem digitalen Monitoring-System inklusive Handlungsempfehlungen für Betreiber von Aquakulturen.

Die beiden Unternehmer sowie zahlreiche Mitglieder des neuen Vereins sind bislang im Bundesverband deutscher Start-Ups organisiert – und wollen auch weiterhin dort Mitglied bleiben. Sie seien zufrieden mit der Arbeit des Bundesverbandes, versichert Ewald: „Wir sehen den Bundesverband als eine Art Dachverband und uns als auf die Agrarwirtschaft spezialisierte Interessensvertretung“, sagt er im Gespräch mit der agrarzeitung. „In unserem Verein wollen wir die spezifischen Fragestellungen adressieren, die innovative Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft beschäftigen.“ Ein auf die Agrarwirtschaft spezialisierter Verband könne auf die Bedürfnisse der Jungunternehmer aus der Wertschöpfungskette vom Feld bis zum Teller besonders gezielt eingehen, ist Heinen überzeugt.

Gemeinsam für mehr Netzabdeckung

Zu den speziellen Herausforderungen für Agrar-Start-ups zählt laut Ewald die „unzureichende Netzabdeckung“ im Ländlichen Raum. Und: Deutsche Investoren zeigten häufig weniger Mut und machten ihre Portemonnaies früher zu als ihre US-amerikanischen oder chinesischen Kollegen. „Manche von uns stehen im internationalen Wettbewerb und treffen dort auf Start-ups aus den USA, die bei ihren Finanzierungsrunden durchaus 10 bis 12 Millionen US-Dollar einsammeln“, führt Ewald dazu aus. In Deutschland kämen „deutlich kleinere Beträge“ zusammen; außerdem fehle Investoren oft der Mut, Entwicklungen von jungen Unternehmen auf großem Maßstab voranzutreiben: „Wirtschaftsvertreter hierzulande neigen eher zu kleinen Schritten und handeln vorsichtig“, meint er. 

German Agri Food Society

Rund 20 „Innovatoren“ aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft stehen hinter dem neuen Verein „German Agri Food Society“. Aus der Start-up-Szene vertreten sind neben der Pielers GmbH und Monitor Firsh unter anderem die digitale Handelsplattform Agrora und Seed Forward, ein Anbieter für biotechnologische Saatgutbeschichtung und Düngemittel. Zu den Mitgliedern zählen aber auch Institutionen wie der Bundesverband der Regional Bewegung und Wissenschaftler von Agrarfakultäten. 

Neben dem Abbau von technischen Hürden und der Sicherung lukrativer auch internationaler Förderung hat sich der neue Verein für innovative Unternehmen im Agribusiness den Austausch und die Vernetzung von Ideen auf die Fahnen geschrieben – auch über die digitale Welt hinaus. Etablierte, „analgoge“ Unternehmen, die auf drängende Probleme Antworten fänden, etwa alternative Ansätze zum klassischen chemischen Pflanzenschutz oder zur ökologischen Saatgutbeizung entwickelten, seien willkommen, so Ewald. 

Und: „Wir denken entlang der kompletten Wertschöpfungskette und wollen dort Perspektiven aufzeigen“. Wie das gehen soll, veranschaulicht er anhand eines Beispiels aus einer kürzlich stattgefunden Veranstaltung zwischen Vertretern der etablierten, konventionellen Landwirtschaft und Start-ups. Dort habe ein junges Unternehmen eine Milch auf Pflanzenbasis präsentiert. Dieses Produkt sei von den Vertretern der klassischen Landwirtschaft zunächst einmal kritisch aufgenommen worden, aber: „Wir wollen aufzeigen, an welchen Stellen sich durch solche Ansätze entlang der Wertschöpfungskette neue Geschäftsfelder und Geschäftsmodelle entwickeln lassen“, sagt Heinen.

Rentenbank und DBV im Beirat

Der Brückenschlag zu etablierten Unternehmen und zur analogen Landwirtschaft zeigt sich übrigens bereits in der Zusammensetzung des Beirats der „Deutschen Gesellschaft für innovative und zukunftsorientierte Land- und Ernährungswirtschaft“: Dort ist Dr. Christian Bock, Bereichsleiter Fördergeschäft bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank, ebenso vertreten wie Gerald Dohmen, stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV).

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