Frei lesbar: Kalifornische Denkfabrik

Fleisch und Milch werden zum Auslaufmodell


Werden Kühe bald überflüssig? Der Think Tank RethinkX meint "ja".
Allgäuer Hof-Milch
Werden Kühe bald überflüssig? Der Think Tank RethinkX meint "ja".

Bis 2030 wird die Lebensmittelproduktion eine radikalen Wandel erleben. Die Denkfabrik RethinkX rechnet vor allem bei der Fleischerzeugung mit dramatischen Veränderungen.

Der Think Tank erwartet, dass in den kommenden zehn Jahren auf pflanzlicher und mikrobiologischer Basis erzeugte Lebensmittel riesige Marktanteile gewinnen werden - und die klassische Fleisch- und Milchproduktion mit ebenso großen Einbußen rechnen muss. Bis 2030 werde sich deshalb die Zahl der Rinder in den USA halbieren, prognostizieren die Zukunftsforscher in ihrer Analyse „Major disruption in food and agriculture in next decade“ („Grundlegende Umbrüche in der Ernährungs- und Landwirtschaft in den kommenden zehn Jahren").

Auch die Umsätze der Rindfleisch- und Molkereibranche von bisher rund 400 Mrd. US-$ werden sich gemessen an dem heutigen Preisniveau mindestens halbieren, lautet die Prognose. Gleichzeitig werden sich die Produktionskosten in der konventionellen Landwirtschaft verdoppeln. Die geringere Nachfrage von Agrargütern werden zu einem Wertverfall für Agrarland um 40 bis 80 Prozent führen, weil der Bedarf an pflanzlichen Rohstoffen sinkt. Die anderen Sektoren der tierischen Veredelung werden ähnliche Umbrüche erleiden, warnt der Bericht. Dies wirke sich auch auf die Zahl der Beschäftigten aus, die in den betroffenen Branchen in den USA um 1,2 Millionen Menschen sinken könnte.

Tony Seba, Mitbegründer von RethinkX und einer der Autoren des Berichts sieht mehrere Entwicklungen, die sich überlappen und gegenseitig verstärken. Als wichtigsten Treiber sieht Seba technologische Entwicklungen wie die „precision fermentation“ (exakte Fermentation) und ein neues Produktionsmodell, das er als „Food-as-Software“ bezeichnet. Dadurch würden die Kosten für die Eiweißproduktion dramatisch gesenkt und die Qualität angehoben.

Denkfabrik aus dem Silicon Valley
RethinkX ist ein unabhängiger Think Tank, der Umfang, Geschwindigkeit und Ausmaß technologiebedingter Disruptionen und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft analysiert und prognostiziert. RethinkX erstellt nach eigener Darstellung unparteiische, datengesteuerte Analysen, in denen die wichtigsten Entscheidungen von Investoren, Geschäftsleuten, politischen Entscheidungsträgern und Staatsbürgern identifiziert werden. Die RethinkX-Gründer, der Autor und Silicon Valley-Unternehmer Tony Seba und der Technologieinvestor Jamie Arbib werden von einem Team von Marktanalysten unterstützt.

Unter „precision fermentation“ versteht er Prozesse, mit denen Mikroorganismen so programmiert werden, dass sie nahezu jedes komplexe organische Molekül erzeugen können. Die Kosten für diese neuen Verfahren seien in den vergangenen Jahren exponentiell gesunken. Bis 2025 könnten sie auf weniger als 10 US-$ je Kilogramm fallen. Bis 2035 würden sie fünfmal und bis 2035 zehnmal billiger sein als klassische tierische Proteine. Die neuen Lebensmittel seien dann bezogen auf den Land-, Wasser-, Rohstoff- und Energieverbrauch zehnmal effizienter. Von der neuen Technologie sollen die Verbraucher profitieren, weil die Produkte nahrhafter, gesünder, schmackhafter und abwechslungsreicher seien. Voraussetzung dafür seien offene Märkte und der Schutz durch Normen.  

Der klassischen tierischen Veredelung prophezeit die Studie einen „schleichenden Tod“. Produkt für Produkt, das bisher von Kühen stammt, werde durch Alternativen ersetzt, die billiger und von besserer Qualität seien. Die drastische Schlussfolgerung lautet: „Die industrielle Viehzucht wird zusammenbrechen, lange bevor moderne Technologien das perfekte zelluläre Steak zu einem wettbewerbsfähigen Preis produzieren.“

Bei der Verbreitung der  Technologie der exakten Fermentation sollen globale Datenbanken genutzt werden, in denen Lebensmittelproduzenten das Know-how für die einzelnen Bausteine ihrer Produkte finden. Die Studie spricht deshalb von einem „Food-as-Software-System“: Verarbeiter können daraus die Moleküle auswählen, die sie für ihr Produkt benötigen. Produziert werden sollen die Lebensmittel schließlich durch die Nutzung regional erzeugter pflanzlicher Rohstoffe.

Dass die Studie zu weitaus dramatischeren Ergebnissen als vergleichbare Prognosen kommt, begründet RethinkX mit einer anderen Vorgehensweise. „Mainstream-Analysen berücksichtigen die komplexen Wechselwirkungen von Disruptionen nicht, weshalb sie Geschwindigkeit, Ausmaß und Auswirkungen nicht vorhersehen", so Co-Autorin Catherine Tubb. Im Gegensatz zu anderen Marktanalysten und Think Tanks verfolge RethinkX keinen linearen Ansatz, sondern trage der systemischen, komplexen und dynamischen Natur von Disruptionen Rechnung.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Barth
    Erstellt 18. September 2019 16:38 | Permanent-Link

    Pflanzliche Produkte sind auch in Zukunft unentbehrlich.

  2. Sebastian
    Erstellt 18. September 2019 18:51 | Permanent-Link

    Gemeint sind pflanzliche Produkte, welche an Tiere verfüttert werden.

  3. Karl Timme
    Erstellt 18. September 2019 22:54 | Permanent-Link

    Wenn hier die Entwicklung analog der Insulingewinnung für Diabetiker verläuft (Herstellung mit gentechnisch veränderten Bakterien in großen Fermentern statt der Gewinnung aus Schweinenieren), die so auch in dem Gentechnik ablehnenden Deutschland ausschließlich zur Anwendung kommt, kann die Prognose dieser Denkfabrik auch so oder schneller erfolgen.

  4. Ralph Wonnemann
    Erstellt 19. September 2019 09:58 | Permanent-Link

    Angesichts der dramatischen ökologischen Entwicklung unseres Planeten sind die Prognosen von RethinkX doch ein wirklicher Hoffnungsschimmer, die Herausforderungen ganzheitlich zu lösen. Die Fleisch- und Milchwirtschaft stehen von einem Szenario, das bereits jetzt aktiv angegangen werden muss, um für diese Branchen Zukunft zu schaffen. Nur agiles und konsequentes Agieren schafft Freiraum. Unternehmenstransformation ist angesagt! Das Verharren in den bewährten Denkmustern wird bestraft werden.

  5. Margret Römer
    Erstellt 22. September 2019 10:04 | Permanent-Link

    Im Sinne der Tierrechte begrüße ich diese Entwicklung, da deren Leiden in nächster Zukunft endlich ein Ende finden kann.
    Andererseits macht es mir auch Angst, da der Mensch immer weiter in die „Schöpfung“ eingreift und Gott spielt. Das Tierwohl hat da ja niemand im Sinn.

  6. Valerie Schwarz
    Erstellt 23. September 2019 10:47 | Permanent-Link

    Lebensmittel decken den Energiebedarf des Menschen und sie werden Teil der eigenen Körpersubstanz. Wie sollen diese Lebensmittel produziert werden? Es stehen mehrere Wirtschaftsbranchen zur Wahl mit unterschiedlicher Nähe zu natürlichen Gegebenheiten. Natur-, Umwelt-, Klimaschutz ist mehr als CO²-Ausstoß und Treibhausgase. In Nordhessen befindet sich eine besondere Untertagedeponie. Ganzheitliches Denken beinhaltet den gesamten Prozess und Kreislauf von der Produktion bis zur Verwertung.

  7. Astrid
    Erstellt 23. September 2019 19:03 | Permanent-Link

    Egal wie, der Speziesismus muss beendet werden! Eine pflanzliche Ernährung ist besser für den Planeten und für uns alle.
    https://proveg.com/de/5-pros/pro-umwelt/wie-sich-die-industrielle-tierhaltung-auf-den-klimawandel-auswirkt/

  8. Heidemarie
    Erstellt 6. Oktober 2019 10:35 | Permanent-Link

    Das Beste wäre, der Mensch verschwindet von diese Erde.

  9. Manfred
    Erstellt 6. Oktober 2019 10:38 | Permanent-Link

    Wir machen uns da alle etwas vor und reden es Schön.
    Wir leben alle in einem Ökosystem (und es gib nur diese eine Ökosystem) in einer Symbiose. Dass wir alles auf den Menschen abstellen ist nicht richtig, denn die Schöpfung hat erst die Mikroorganismen, die noch heute alle wesentlichen Steuerungen bei Mensch, Tier und Pflanze uneigennützig vornehmen, dann die Pflanzen, die Tiere und erst vor gut 150.000 Jahren den Menschen (ein zeitlicher Fliegenschiss in der Evolution) geschaffen. Die Erde oder das Ökosystem haben viel erlebt und auch viel kommen und gehen sehen. So haben Saurier vor 150.000.000 Jahre gelebt und sind heute nur im Museum zu bewundern. Die Menschen sind der größte Parasit der Welt und sie zerstören mit ihrer Gier nach Macht und Geld durch wenige ihren eigenen Lebensraum.

    Das Ökosystem erfindet sich täglich neu, es gehen Spezies und es kommen Spezies. Auch wird dieses Ökosystem den Menschen gehen sehen und wenn wir uns nicht von der Einstellung ändern, auch schneller, als wir denken.

    Wir haben da keine Zeit mehr. Ein komplettes Umdenken in allen menschlichen Bereichen ist notwendig. Die Natur hat über Milliarden Jahre vorgemacht, wie es geht. Alles im Kreislauf verwenden (auch der Mensch wird zersetzt und ein grünes Blatt) ein perfektes System, was auch heute noch so modern wie damals ist. Die Naturkräfte können viel ausgleichen, doch den massiven Raubbau an Ressourcen bekommt die Natur auch nicht wieder hin.

    Wir sollten an uns selber arbeiten, den Naturkreislauf als Master nehmen und danach leben, was - zugegeben - nicht einfach ist. Alles was nicht im Kreislauf zu verwerten ist, abschaffen. Industrien verpflichten, mit neuen Produkten auch die 100prozentige Rückgewinnung vorzulegen. ansonsten keine Genehmigung. Hätte uns den ganzen Müll wie Plastik oder Atom gespart, die nur Probleme bereiten. Besinnen wir uns zurück zur Natur, haben uns eh zu weit entfernt und können es nicht mehr einschätzen.

    Im Übrigen: Welchen Unterschied gibt es zwischen Tieren und Mikroorganismen, die man zur Nahrungsmittelerzeugung nutzen möchte oder die bereits Medikamente oder Hefen produzieren? Lebewesen ist Lebewesen, die Größe macht es nicht, denn die Mikroorganismen sind nicht zu zählen. In einem Esslöffel voll Ackerboden leben ca. 10 x so viel wie Menschen auf der Welt. Bei einem Zungenkuss werden 50.000.000 ausgetauscht, im Darm leben Billionen auf Millimeter und ein Apfel hat 100.000.000 Organismen.

    Denken wir nach!

  10. Klaus
    Erstellt 6. Oktober 2019 13:25 | Permanent-Link

    Der Mensch sollte anfangen, sich auf eine künstlich geschaffene Ernährungsgrundlage zu freuen. Aber nur anorganisch! Würde das Leben doch leichter machen und viel Zeit freischaufeln. Die Nahrungsaufnahme würde dann auch nicht mehr zelebriert werden, sondern als das praktiziert, was es heute schon ist: Lebensnotwendig. Der zusätzlich positive Neben-Effekt: Die idiotischen Kochsendungen im TV fielen weg. Es würde mehr Zeit für sinnvolle Sendungen dabei rauskommen, sofern die TV-Macher das Zeug dazu haben.

  11. Anita Schiefer
    Erstellt 6. Oktober 2019 14:33 | Permanent-Link

    Eine positive Prognose, die sich wegen der ausgebeuteten Nutztierere hoffentlich auch verwirklicht.

  12. Petra
    Erstellt 6. Oktober 2019 19:10 | Permanent-Link

    So sehr ich die Einschränkung bzw. das Ende der ausbeuterischen Tierhaltung begrüße, so wenig glaube ich jedoch leider daran. Sicher sind viele Menschen möglicherweise bereit, ihren Fleischkonsum zu reduzieren. Bei Milchprodukten (hier vor allem Käse) sieht das aber anders aus. Komme gerade aus einem Frankreich-Aufenthalt zurück und eines ist mir wieder mal klargeworden: "Käse-Länder" wie Frankreich, die Schweiz oder Holland werden hier in absehbarer Zeit keine Einschränkungen vornehmen, zu sehr ist der Käse mit ihrer "Kultur" und ihrem ganzen "Lifestyle" verbunden. Da ja aber gerade auch die Milchproduktion einen erheblichen Marktanteil der tierausbeuterischen Industrie ausmacht, gibt es diesbezüglich wohl eher wenig (bis keine) Hoffnung.

  13. Ulrich Stolarczyk
    Erstellt 7. Oktober 2019 03:55 | Permanent-Link

    Hoffentlich treffen die Prognosen ein, es ist den vielen Millionen geschundenen Tieren, die gezüchtet werden, um geschlachtet zu werden, mehr als nur zu wünschen. Dieses kurze, qualvoll-erbärmliche Leben, das Menschen zu verantworten haben, darf es in dieser bisherigen Form nicht mehr geben. Bei klarem Verstand u. Bewusstsein ist die Zeugung (fast immer künstlich), die Haltung (eng,dunkel, stickig ohne Naturzugang - fast immer ohne! - Zuchtsaukäfige, die ges. Käfighaltung, Entzug Jungtier von der Mutter ...), der Transport (beengt, oft ohne ausreichende Fütterung...), die Schlachtung (teils ohne ausreichende Betäubung, in manchen Ländern extrem grausam, grausam, brutal auch die Verladung, all dies ist kriminell! Ohne wenn u. aber! Empathie ist ein absolutes Fremdwort. Hinterhältig und heuchlerisch werden immer wieder dümmliche oder Scheinargumente genannt, diese brutalen Methoden, Handlungen durchführen zu dürfen. Fakt: in 2019 sprechen wir von Industrie 4.0, künstlicher Intelligenz, autonomen Fahren, wollen modern u. sauber sein, sprechen von Empathie ... und dann dieser brutal, widerwärtige Umgang mit sog. Nutztieren. Objektiv gesehen sind Menschen, die Tiere so behandeln klare Fälle für die Sicherungsverwahrung und mehr! Dies ist keine Hasssprache, dies ist leider objektiv!

  14. Susanne
    Erstellt 7. Oktober 2019 14:39 | Permanent-Link

    Ein Ende der industriellen Landwirtschaft wäre wunderbar! Bis 2030 klingt noch viel zu lange für diese Tierquälerei, aber dass überhaupt ein Ende in Sicht ist.

  15. Astrid
    Erstellt 7. Oktober 2019 20:41 | Permanent-Link

    Tiere sind keine Lebensmittel, sondern Lebewesen!

  16. Dagmar Kawolus
    Erstellt 8. Oktober 2019 08:03 | Permanent-Link

    Ich kann nur den Kommentator Ulrich Stolarczyk vor mir beglückwünschen, der es nicht besser auf den Punkt hätte bringen können mit seiner zielgerichteten und präzisen Aussage. Diese ist nichts anderes ist als die perverse Wahrheit. Ich kann nur ebenfalls für die armen Tiere hoffen, dass diese vorhersehbaren Prognosen eintreffen.

  17. Angelina Dieckhöner
    Erstellt 8. Oktober 2019 14:06 | Permanent-Link

    Herr Ulrich Stolarczyk spricht mir aus der Seele. Es ist schier unerträglich - das Leid unserer Tiere. Es ist wahr: der Mensch hat angefangen die Erde zu beherrschen - lange bevor er gelernt hat sich selbst zu beherrschen.

  18. Manuela Nagel
    Erstellt 8. Oktober 2019 22:40 | Permanent-Link

    Es ist ein Verbrechen, was die Menschheit den Tieren antut. Ich hoffe sehr, dass sich die Prognosen sehr bald erfüllen.

  19. Astrid
    Erstellt 9. Oktober 2019 09:09 | Permanent-Link

    Unser Umgang mit den anderen Tieren ist kriminell! Wir zahlen an der Ladentheke für das Vergasen Neugeborener, wenn wir Eier kaufen oder auch die leckeren Plätzchen beim Bäcker in denen Eier sind. Sobald wir an der Ladentheke für etwas vom Tier zahlen, machen wir uns mitschuldig, üben wir Gewalt aus, sind wir unvorstellbar grausam!

  20. Manfred
    Erstellt 9. Oktober 2019 10:33 | Permanent-Link

    In der Evolution ist es so vorgesehen. Alle Lebenwesen leben in Symbiose zusammen und leben auch voneinander. Der Frosch frisst Fliegen, der Storch den Frosch u.s.w. Das läuft so bei Pflanzen und Lebewesen und das nennt man Naturkreislauf oder Ökosystem und funktioniert schon mehrere Milliarden Jahre perfekt. Nur weil man Lebewesen nicht sehen und mit Ihnen kuscheln kann, ist es nicht weniger schlimm diese respektlos zu behandeln. Es ist also scheinheilig sich darüber auf zu regen, ob ein Schwein für die Ernährung getötet aber die Fliege oder Mücke an der Wand erschlagen wird So hat ein Apfel 100.000.000 Mikroorganismen, die beim Verzehr gegessen werden oder auf einem Millimeter unserer Haus leben Millionen Organismen, die zu unserem Schutz vorhanden sind. Dass hindert uns aber nicht daran, diesen Apfel zu Essen oder die Haut mit Chemikalien zu behandeln und unseren natürlichen Schutz damit zerstören. Mäuse und Ratten haben auch Ihre Berechtigung auch wenn viele Menschen diese als ekelig ansehen und jagen.

    Auch nutzen wir Plastik in Unmengen, der dann im Meer herumschwimmt und Lebenwesen tötet. Ganz nebenbei vernichten wir auch noch unwiederbringliche Ressourcen. Da sind wir inkonsequent (eben ein Mensch) und scheinen zu meinen, dass es zwei Ökosysteme gibt. Ein gutes für uns ein ein schlechtes für alles andere, wo wir den Müll abladen und die Lebenwesen der Erde behandeln wie Dreck (ist unser Gewissen) .

    Wir Menschen sind der größte raffgierige Parasit, der seinen eigenen Lebensraum zerstört und seine eigene Spezies mit Gewalt zerstört. Respekt und Toleranz sind Fremdwörter und das schlimmste, der Mensch will sich nicht anpassen oder kann es nicht. Er tut alles, damit sich ein über Milliarden Jahre funktionierendes System dem Menschen anpassen soll.

    Doch diese Einschätzung ist ein Wunschdenken., eine Illusion oder Fata Morgana. Die Natur hat schön größere Katastrophen erlebt und überstanden. Aber ob der Mensch ohne Anpassung an die Natur / Ökosystem noch einmal 150.000 Jahre überlebt, ist sehr fraglich. Werden wir aus der menschlichen Perspektive auch nicht mitbekommen, aber da wir ein kleiner Teil des Naturkreislaufes sind und Organismen uns schließlich fressen und zersetzen, was deren evolutionäre Aufgabe ist. Beruhigend, wir werden als Nährstoff dem Naturkreislauf zugefügt und wenn wir Glück haben, dann ein saftiges grünes Blatt.

  21. Astrid
    Erstellt 9. Oktober 2019 20:19 | Permanent-Link

    Manfred: Unser Umgang mit den anderen Tieren ist kriminell! Wir zahlen an der Ladentheke für das Vergasen Neugeborener, wenn wir Eier kaufen oder auch die leckeren Plätzchen beim Bäcker in denen Eier sind. Sobald wir an der Ladentheke für etwas vom Tier zahlen, machen wir uns mitschuldig, üben wir Gewalt aus, sind wir unvorstellbar grausam!

    Auch wenn ich im Bett die Hausstaubmilben töte, wenn ich mich umdrehe: wir töten, weil wir es können, nicht weil wir es brauchen. Das ist ein wesentlicher Unterschied.

  22. Ulrich Stolarczyk
    Erstellt 11. Oktober 2019 06:27 | Permanent-Link

    Durch Relativieren schweifen wir ab. Es stimmt, schöne, "kuschlige" Tiere sind uns (teils) näher. Sehr kleine Lebewesen fallen weniger auf. Jedes Tier, Lebewesen möchte artgerecht leben. Bei der überwiegenden Zahl der sog. Nutztiere wird aus Profitgründen jede artgerechte, freie Haltungsform verhindert. Menschen nehmen sich das Recht, bewusst Tieren diese Leiden zuzufügen. Niemand hat sie berechtigt derart bösartig zu handeln, Menschen nehmen sich dieses Recht. Hier geht es um Lebewesen, mit nach allgemeinen Erkenntnissen, ausgeprägten Gehirnen, damit Schmerz, Freude u. Angst empfindend. Nicht um Kleinstlebewesen, wie Bakterien etc. Also nicht vom direkten Thema abkommen.

    Im gesamten sog. Nutztiersektor besteht extremer Handlungsbedarf zugunsten der Tiere. Ziel ist es, völlig auf tierische Nahrung zu verzichten. Eier, Milch aus einer idealisierten Haltung, vollkommen tiergerecht, ist vertretbar. Diese Haltungsformen gibt es kaum. Im WDR 5 gab es um 20.15 Uhr eine Diskussion - Tierhaltung, Jagd war das Thema. Seitens der Agrar- und Jagdseite stand fest, daß Tiere zum Töten bestimmt sind. Der Jäger reguliert, das heißt tötet, der Massentierhalter ebenso, beutet davor aber die Tiere noch aus (Milchkuh, Huhn). Wildtiere haben davor noch ein freies Leben. Aber die Festlegung dieser beiden Seiten war gleich. Tiere sind dazu geboren, um von Menschen getötet zu werden. Dieses abschreckende "Altdenken", da es schon immer so war, entspricht der Haltung: Kriege gab es schon immer, Leibeigenschaften über Jahrtausende, Kinderarbeit, etc. Ein fortschrittliches Denken und Handeln zugunsten der Tiere, ist Personen dieser Art nicht möglich.

    Die Hoffnung, durch Information, Darstellen der Realität in der Massentierhaltung (oft brutale, nicht artgerechte Formen)u. auch der Jagd (Totschlagfallen d.h. auch verstümmelte Tiere, Nachsuche, weil angeschossene Tiere und auch der "Freude" am Erschießen) ein Umdenken zu erreichen. Diejenigen, die erkannt haben, daß Tiere nicht erwartungsfroh sind, durch uns gequält und getötet zu werden, haben die Aufgabe, sich einzusetzen. Zukünftig gibt es mehr und mehr Alternativen zum Tierfleisch, preiswerter u. hochwertiger. Dafür muß kein Tier sterben und die Umwelt wird entlastet!

  23. Dagmar Kawolus
    Erstellt 12. Oktober 2019 13:08 | Permanent-Link

    Sehr gut geschrieben Ulrich Stolarczyk. Ich sehe das auch so. Es wird höchste Zeit, dass endlich zugunsten der Tiere eine von Grund auf positive Veränderung stattfindet. Und diese am besten direkt gesetzlich verankert.

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