Neue Rechtsform

KWS rüstet sich für Kapitalerhöhung


Das Saatgutunternehmen wandelt die Rechtsform und stellt sich damit neu am Kapitalmarkt auf. So will KWS Wachstumsmöglichkeiten besser nutzen und dafür benötigtes Eigenkapital aufnehmen.

Das börsennotierte Unternehmen KWS Saat kündigte am Montag nach Börsenschluss an, von einer Europäischen Gesellschaft (SE) zu einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (SE & Co. KGaA) umzufirmieren. Zudem werde es einen Aktiensplit geben, geht aus einer Börsenmitteilung des Saatgutherstellers hervor. In der neuen Rechtsform, also als KGaA, könne KWS künftige Wachstumsmöglichkeiten noch agiler und flexibler nutzen und dafür benötigtes Eigenkapital aufnehmen, ohne dass der Charakter der Gesellschaft als börsennotiertes Familienunternehmen verloren gehe, teilte KWS weiter mit.

Zügel bleiben in der Hand
Die Rechtsform der KGaA ist eine Mischform aus AG und Kommanditgesellschaft. Hier werden die Vorteile einer breiten Kapitalbasis von der AG mit dem Vorteil der persönlichen Bindung von Gesellschaftern der KG vereint. Die KGaA eignet sich damit für Unternehmen, die auf einfache Kapitalbeschaffung am Kapitalmarkt setzen, ohne dabei die Geschäftsführung und Entscheidungskompetenz zu verlieren. Feindliche Übernahmen sind mit dieser Rechtsform praktisch ausgeschlossen.

Der im SDax gelistete Konzern befindet sich im Mehrheitsbesitz (54,5 Prozent) der Eigentümerfamilien C.E.-Büchting und Arendt Oetker. Der Split soll im Verhältnis 1:5 erfolgen und wird mit einer Kapitalerhöhung verbunden sein. Rücklagen des Unternehmens sollen dabei in Grundkapital umgewandelt werden. Zuzahlungen für die freien Aktionäre, die derzeit 30,1 Prozent der Anteile halten, fallen laut Unternehmen nicht an.

Insgesamt soll mit der Umwandlung sichergestellt werden, dass die Führung von KWS auch bei einer Kapitalerhöhung mit Ausgabe neuer Aktien nach den bisherigen Werten fortgeführt wird. „Mit diesem Schritt stellen wir uns bestmöglich für weiteres Wachstum auf“, sagte KWS Vorstandssprecher Hagen Duenbostel in Einbeck. „Wir erhalten am Kapitalmarkt bessere Finanzierungsmöglichkeiten – etwa für Akquisitionen, um das KWS Portfolio sinnvoll zu erweitern. Zugleich bleibt die bewährte Unternehmenssteuerung durch unsere Kernaktionäre erhalten“, sagte Duenbostel.


Aus 1 mach 5
Bei einem Aktiensplit werden existierende Aktien in eine größere Anzahl neuer Aktien mit einem geringeren Nominalwert umgewandelt.


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