Kartellauflagen

Bayer will noch mehr Saatgut an BASF abgeben


Der Bayer-Konzern will sein gesamtes Gemüsesaatgutgeschäft an die BASF verkaufen. Jetzt fehlt für die geplante Übernahme von Monsanto noch eine Lösung für die Digitalsparte.

 

Die Bayer AG hat am Mittwoch „exklusive Gespräche über den Verkauf seines gesamten Gemüsesaatgutgeschäfts an BASF“ bestätigt. Damit will Bayer Auflagen der EU-Kommission erfüllen, die eine zu starke Marktposition bei der geplanten Übernahme des US-Konzerns Monsanto verhindern will. Bayer kündigt noch „weitere Schritte“ an, konkretisiert diese allerdings nicht. Es dürfte sich um Zugeständnisse bei den Digital-Aktivitäten handeln, die Bayer in seiner Sparte „Digital Farming“ verfolgt. Hier hat die EU-Kommission Bedenken, dass Landwirte in eine zu große Abhängigkeit von der Pflanzenschutzindustrie geraten könnten, wenn Daten bei wenigen Anbietern konzentriert sind.

Bayer hatte bereits im Oktober 2017 den Verkauf von bestimmten Bereichen des Crop-Science-Geschäfts für 5,9 Mrd. € an BASF vereinbart. Dieses erste Paket umfasst das weltweite Geschäft mit Totalherbiziden der Liberty-Familie und der dazugehörigen Herbizidtoleranz von Saatgut sowie fast das komplette Saatgutgeschäft mit Ackerkulturen. Die BASF erweitert mit diesem Zukauf ihr Pflanzenschutzgeschäft und steigt in wichtigen Agrarmärkten in ein eigenes Saatgutgeschäft ein. Sollten die Verhandlungen zum Gemüsesaatgut erfolgreich sein, würde die BASF die Saatgutsparte noch deutlich ausbauen. Bayer erzielt bislang mit Gemüsesaatgut, das überwiegend unter der Marke Nunhems verkauft wird, einen Umsatz von rund 430 Mio. €.

Der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG Werner Baumann bezeichnete vor einer Woche die bevorstehende Entscheidung der EU-Kommission als „Meilenstein“ auf dem Weg zur Übernahme von Monsanto. Das Votum aus Brüssel wird spätestens Anfang April erwartet. „Unser Ziel ist es jetzt, die Transaktion im zweiten Quartal 2018 abschließen zu können“, sagte Baumann bei der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens.

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